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Siemens Industry Online Support
Siemens AG
Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 109740461, Beitragsdatum: 10.07.2017
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Informationen zum Brandschutzschalter 5SM6

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Dieser FAQ gibt Informationen zum Brandschutzschalter 5SM6

1. Wo findet man technische Informationen?

Technische Informationen (technische Daten, Maßzeichnungen uvm.) zum Brandschutzschalter sind im Siemens Industry Online Support zu finden:
www.siemens.de/lowvoltage/produkt-support

2. Wo findet man Ausschreibungstexte?

Ausschreibungstexte sind unter folgendem Link zu finden: http://www.siemens.de/ausschreibungstexte.siemens.com/tiplv/index.html#1/TN_2192

3. Ist es möglich den Brandschutzschalter 5SM6, 1+N bei mehrphasigen Stromkreisen einzusetzen?

Nein, der Brandschutzschalter ist nur für Endstromkreise mit einer Wechselspannung von 230 V ausgelegt.

4. Können auch Anbaugeräte (Leitungsschutzschalter, FI/LS-Schalter) anderer Hersteller angebaut werden?

Nein, es können nur die angegebenen Siemens Produkte angebaut werden, da die Auslösung des Anbaugeräts über eine interne Verbindung erfolgt.

5. Welche Gerätekombinationen sind möglich?

Durch das modulare Blockdesign ist es möglich, mehr als 200 verschiedene Kombinationen einfach und schnell umzusetzen (verschiedenste Nennströme, Charakteristiken, Nennfehlerströme, Schaltvermögen, etc.).
An die Brandschutzschalter 5SM601* sind alle Leitungsschutzschaltern 1+N in 1 TE montierbar: (5SY60*).
An die Brandschutzschalter 5SM602* sind folgende Leitungsschutzschalter und FI/LS  1+N in 2 TE montierbar: 5SY4*, 5SY6*, 5SY7*, 5SL4*, 5SU1.5*

6. Der Brandschutzschalter schaltet bei einer Überspannung von 275 V ab. Wird damit auch ein Überspannungsableiter ersetzt?

Nein, der Brandschutzschalter erfüllt nicht die Anforderungen an die Überspannungsableiter gemäß DIN EN61643-11. Die Abschaltung bei >275 V ist nur ein Schutz für die interne Elektronik. Der integrierte Überspannungsschutz bezieht sich nur auf „normale“ Überspannungen durch Sternpunktverschiebung (bis zu 400 V).

7. Warum ist es meist nicht möglich den Brandschutzschalter durch Selbstversuche zum Auslösen zu bringen?

Durch Selbstversuche erzeugt man einen instabilen, sporadischen Kontaktlichtbogen. Also einen Lichtbogen, der nur auf kurze Distanz zw. Elektroden entstehen kann. Solche Lichtbögen sind sehr instabil. Sie dauern sehr kurz an und die Position des Leiters muss immer justiert werden. Außerdem gibt es meistens kein richtig brennbares Material in Kontakt mit dem Lichtbogen und eine Entzündung ist sehr unwahrscheinlich (manchmal sogar unmöglich, vgl. Salz-Wasser-Lösung). Solche Lichtbögen werden vom Brandschutzschalter 5SM6 zwar erfasst, dennoch gibt es keine Auslösung, weil diese Ereignisse noch keine Gefahr darstellen. Der Brandschutzschalter 5SM6 erkennt stabile Fehlerlichtbögen, die lang und nachhaltig brennen. Es ist fast unmöglich, per Hand solch einen Lichtbogen zu produzieren. Dafür gibt es in der Produktnorm IEC 62606 geeignete Testbedingungen, welche dort beschrieben sind. Hier wird ein stabiler Fehlerlichtbogen in Kombination mit einem defekten Isolationsmaterial gezündet und das Gerät muss auslösen. Verwendet werden karbonisierte Kabel/ Leitungen bzw. Elektroden.

8. Was  ist bei einer Isolationsprüfung zu beachten?

Wie in der Bedienungsanleitung beschrieben, muss der Brandschutzschalter abgeklemmt werden, wenn die Isolationsmessung mit einer Prüfspannung > 250 V durchgeführt wird. Die Elektronik sitzt beim Brandschutzschalter oben (ausgangsseitig). Bei angeschlossenen Leitern trifft diese hohe Prüfspannung also auf die Elektronik und diese wird beschädigt.

Beträgt die Prüfspannung < 275 V passiert nichts. Da das Netzteil aber Strom zieht, wirkt sich das aus wie ein Isolationsfehler.

9. Muss bei dem Brandschutzschalter eine Funktionsprüfung nach DIN VDE 0105-100 (Wiederholungsprüfung für elektrische Anlagen) durchgeführt werden?

Für Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (arc fault detection devices) ist in der Produktnorm eine Selbstüberwachung vorgeschrieben. Der Brandschutzschalter von Siemens führt zweimal täglich einen internen Selbsttest durch.
Bei den Geräten 5SM6*-2 kann zusätzlich über die Testtaste ein manueller Test angestoßen werden.
Die DKE/UK 964.1 erarbeitet aktuell gemeinsam mit dem Errichtungsgremium entsprechende Anforderungen zur späteren Integration in die DIN VDE 0100-600 bzw. DIN VDE 0105-100.

10. Wie kann ich einen dreiphasigen Stromkreis schützen?

Bislang hat Siemens noch kein entsprechendes Schutzgerät anzubieten. Der Einsatz von Brandschutzschaltern zum Schutz von dreiphasigen Wechselspannungssystemen (Drehstromkreise) wird gemäß den Normrichtlinien nicht gefordert. Mittelfristig wird dennoch ein solches Schutzgerät zur Verfügung stehen.

11. Wie ist die Übergangsfrist in der DIN VDE 0100-420 zu handhaben?

Die Norm DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 ist gültig für Neuanlagen und bei Erweiterung oder Änderung bestehender Anlagen. Die Vorgängerausgabe DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2013-02 ist mit dem Erscheinen der Neuausgabe zurückgezogen worden. Aufgrund der festgelegten Übergangsfrist bleibt sie aber bis 18.12.2017 anwendbar. Somit können für elektrische Anlagen, die bis zum 18.12.2017 errichtet werden, beide Normen herangezogen werden. Ab dem 19.12.2017 ist allein die Norm DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2016-02 anzuwenden. Eine Anlage, die sich in Planung/im Bau befindet, aber erst nach dem 18.12.2017 fertiggestellt sein wird, muss somit den Anforderungen der Ausgabe 2016-02 entsprechen. 
Bei unveränderten bestehenden Anlagen ist mit der Neuausgabe der DIN VDE 0100-420  kein zusätzlicher Fehlerlichtbogenschutz in Endstromkreisen mithilfe von  Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDDs) vorzunehmen.

In der Verlautbarung der DKE vom 03.08.2016 wird erneut darauf hingewiesen, dass die Vorgängernorm von 2013 zurückgezogen wurde.
Tipp zur Übergangsfrist: Die Übergangsfrist dient lediglich dazu, bereits begonnene Projekte unproblematisch und unkompliziert weiterführen und zum Abschluss bringen zu können. Man sollte jedoch keine neue Planung mit einer zurückgezogenen Norm beginnen. Gesetzt den Fall es würde zum späteren Zeitpunkt zu einem Schaden kommen, würde der ausführende Elektroinstallateur zur Rechenschaft gezogen werden. Die Frage, weshalb die Planung mit einer zurückgezogenen Norm umgesetzt wurde, würde gestellt werden. Diese Verantwortung sollte man nicht eingehen.

12. Muss der Brandschutzschalter in bestehenden Anlagen nachgerüstet werden?

Bei bestehenden Anlagen braucht der Brandschutzschalter nicht nachgerüstet werden. Der Betreiber sollte aber auf die neue DIN VDE-Norm hingewiesen werden. Unberührt davon bleibt die Nachrüstpflicht bei Nutzungsänderungen und bei Änderungen bzw. Erweiterungen einer bestehenden Anlage (siehe Punkt 11).

13. Wie lange ist die Gewährleistungsfrist des Brandschutzschalters?

Die Gewährleistung der Brandschutzschalter beträgt wie bei allen unseren Siemens Produkten 1 Jahre.

14. Wie hoch ist die zu erwartende Lebensdauer des Brandschutzschalters?

Der Brandschutzschalter 5SM6 weist eine FIT-Rate von 180 auf – ein rein statistischer Wert für die Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Bauelemente. Dies bedeutet statistisch gesehen 180 Ausfälle in einer Milliarde Stunden. Es gibt aber weitere Effekte, die die Lebensdauer begrenzen können, z. B.: Materialwanderung, Diffusion, Ausdampfen von Flüssigkeiten in einigen Kondensatoren, mechanischer / thermischer Stress etc.
Die Bauelemente, die im Allgemeinen zuerst ausfallen sind Kondensatoren. Deshalb wurden diese so ausgewählt, dass sie eine MTTF von mindestens 30 Jahren bei Nennlast haben.

15. Setzen Versicherungsträger bei der Installation des Brandschutzschalters Prämien herab?

Hierzu liegen bislang keine Informationen vor. Aktuell wird der Brandschutzschalter in der Publikation der deutschen Versicherer zur Schadenverhütung (VdS 2349-1:2015-03(01)) in Kapitel 3.4 ausführlich beschrieben.

  Brandschutzschalter_FAQ_2017_07_06_DE.pdf (88,6 KB)

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.