×
Siemens Industry Online Support
Siemens AG
Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 11610958, Beitragsdatum: 21.08.2015
(8)
Bewerten

Welche Unterschiede gibt es zwischen S7-PLCSIM und einem "echten" Automatisierungssystem?

  • Beitrag
  • Betrifft Produkt(e)
Wenn Sie mit S7-PLCSIM Ihr STEP 7 Programm testen, müssen Sie die nachfolgenden Unterschiede zu einer echten CPU beachten.

Konfigurationshinweise
Das simulierte Automatisierungssystem bietet folgende Funktionalitäten, die in einem "echten" Automatisierungssystem nicht verfügbar sind:

  • Die Option "Anhalten" unterbricht die Programmbearbeitung in der simulierten CPU und bearbeitet anschließend das Programm an der Operation weiter, an der die Programmbearbeitung angehalten wurde.
  • Sie können den Betriebszustand der CPU (RUN, RUN-P und STOP) wie bei jeder CPU ändern. Im Gegensatz zu einer tatsächlichen CPU ändert das Umschalten der simulierten CPU in STOP jedoch nicht den Zustand der Ausgänge.
  • Für jede Änderung, die Sie in einem Unterfenster eingeben, wird sofort der Inhalt der entsprechenden Adresse im Speicher aktualisiert. Die CPU wartet nicht bis zum Ende oder Anfang des Zyklus, um geänderte Daten zu aktualisieren.
  • Mit den Optionen zur Programmbearbeitung können Sie angeben, wie die CPU das Programm ausführen soll:
    • "Zyklusweise" bearbeitet das Programm einen Zyklus lang und wartet dann auf Ihren Befehl zum Ausführen des nächsten Zyklus.
    • "Automatisch" bearbeitet das Programm wie ein "echtes" Automatisierungssystem: nachdem ein Zyklus bearbeitet wurde, wird sofort der nächste Zyklus gestartet.
  • Sie können die Zeiten automatisch bearbeiten lassen oder manuell Werte eingeben. Es ist möglich die Zeiten auch einzeln oder alle gleichzeitig zurückzusetzen.
  • Sie können die Alarm-OBs manuell auslösen: OB40 bis OB47 (Prozessalarm), OB70 (Peripherie-Redundanzfehler), OB72 (CPU-Redundanzfehler), OB73 (Kommunikations-Redundanzfehler), OB80 (Zeitfehler), OB82 (Diagnosealarm), OB83 (Baugruppe ziehen/stecken), OB85 (Programmablauffehler) und OB86 (Baugruppenträgerfehler).
  • Prozessabbild und Peripheriebereiche: Wenn Sie einen Wert im Prozessabbild der Eingänge ändern, kopiert S7-PLCSIM den Wert sofort in den Peripheriebereich der Eingänge. So geht die gewünschte Änderung nicht verloren, wenn der Wert aus dem Peripheriebereich der Eingänge zu Beginn des nächsten Zyklus in das Prozessabbild der Eingänge geschrieben wird. Auch wenn Sie einen Wert im Prozessabbild der Ausgänge ändern, wird dieser Wert sofort in den Peripheriebereich der Ausgänge kopiert. Die folgende Abbildung stellt die Reihenfolge der Aktivitäten im Zyklus dar:
  • S7-PLCSIM ist nicht echtzeitfähig. Es kann zu Einschränkungen beim Zeitverhalten während der Kommunikation kommen.
  • Die Kommunikation über CPs wird mit S7-PLCSIM nicht unterstützt.
       
            Bild 1: Reihenfolge der Aktivitäten innerhalb eines Zyklus

Außerdem weist S7-PLCSIM noch folgende Unterschiede zu einem "echten" Automatisierungssystem auf

  • Diagnosepuffer: S7-PLCSIM unterstützt nicht alle Fehlermeldungen, die in den Diagnosepuffer geschrieben werden. So können z.B. Meldungen über leere Batterien in der CPU oder EEPROM-Fehler nicht simuliert werden. Die meisten E/A- und Programmfehler sind jedoch simulierbar.
  • Bei einem Wechsel des Betriebszustands (z.B. von RUN in STOP) werden die Ein- und Ausgänge nicht in einen "sicheren" Zustand versetzt.
  • Funktionsbaugruppen (FMs) werden nicht unterstützt.
  • Punkt-zu-Punkt-Kommunikation (z.B. zwischen zwei S7-400 CPUs auf dem gleichen Baugruppenträger) wird nicht unterstützt.
  • S7-PLCSIM unterstützt vier Akkumulatoren wie eine S7-400 CPU. In einigen Fällen kann es bei einem Programm, das auf S7-PLCSIM mit vier Akkumulatoren abläuft, zu unterschiedlichen Verhaltensweisen kommen als auf einer S7-300 CPU, die nur zwei Akkumulatoren nutzt.

Unterschiede bei den Ein- /Ausgängen
Die meisten CPUs der Produktreihe S7-300 konfigurieren die Peripherie selbst: wird eine Baugruppe in eine Steuerung gesteckt, erkennt die CPU die Baugruppe automatisch. Mit einem simulierten Automatisierungssystem kann diese automatische Konfiguration nicht nachgebildet werden. Wenn Sie ein Programm aus einer S7-300 CPU, die die Peripherie automatisch konfiguriert, in S7-PLCSIM laden, enthalten die Systemdaten keine E/A-Konfiguration. Deshalb müssen Sie, wenn Sie S7-PLCSIM mit Programmen für die S7-300 verwenden, zunächst die Hardware-Konfiguration laden, um zu definieren, welche Baugruppen der CPU zur Verfügung stehen sollen.
Damit Sie eine Hardware-Konfiguration in S7-PLCSIM laden können, können Sie ein Projekt für eine der S7-300 CPUs erstellen, die die Peripherie nicht automatisch konfiguriert, z.B. S7-315-2DP, S7-316-2DP oder S7-318-2. Legen Sie eine Kopie dieser Hardware-Konfiguration in dieses Projekt und laden Sie die Hardware- Konfiguration in S7-PLCSIM. Danach können Sie Programmbausteine aus beliebigen S7-Projekten laden und die Peripherie wird fehlerfrei gehandhabt.

Funktionalitäten in S7-PLCSIM
S7-PLCSIM simuliert eine S7-Steuerung und enthält die folgenden Speicherbereiche:
 

Speicherbereich  Beschreibung
Zeiten T0 bis T2047
Zähler Z0 bis Z2047
Merker  131.072 Bits (16 KB) im Speicherbereich der Merker
Gesamter adressierbarer Speicher der Ein- und Ausgänge 262.136 Bits (32 KB) im Speicherbereich der Ein- und Ausgänge
Prozessabbild (einstellbar; wird in jedem Zyklus aktualisiert) Maximum: 131.072 Bits (16 KB)
Voreinstellung: 131.072 Bits (16 KB)
Lokaldaten (einstellbar) Maximum: 32 KB
Voreinstellung: 32 KB
Datenbausteine 2048 Funktionsbausteine (FBs) und Funktionen (FCs) Maximale Anzahl: 65534
4095 Datenbausteine (DBs) Maximale Länge: 65570
Systemfunktionsbausteine (SFBs) SFB0, SFB1, SFB2, SFB3, SFB4, SFB5, SFB8, SFB9, SFB12, SFB13, SFB14, SFB15, SFB19, SFB20, SFB22, SFB23, SFB31, SFB32, SFB33, SFB34, SFB35, SFB36, SFB37, SFB52, SFB53 und SFB54
Systemfunktionen (SFCs) SFC0, SFC1, SFC2, SFC3, SFC4, SFC5, SFC6, SFC9, SFC10, SFC11, SFC12, SFC13, SFC14, SFC15, SFC17, SFC18, SFC19, SFC20, SFC21, SFC22, SFC23, SFC24, SFC26, SFC27, SFC28, SFC29, SFC30, SFC31, SFC32, SFC33, SFC34, SFC36,SFC37, SFC38, SFC39, SFC40, SFC41, SFC42, SFC43, SFC44, SFC46, SFC47, SFC49, SFC50, SFC51, SFC52, SFC54, SFC55, SFC56, SFC57, SFC58, SFC59, SFC62, SFC64, SFC78, SFC79, SFC80, SFC82, SFC83, SFC84, SFC85, SFC87, SFC90, SFC105, SFC106, SFC107 und SFC108

Für SFC26 und SFC27 wird als einziger Eingangsparameter 0 unterstützt.

Organisationsbausteine (OBs)

OB1                   (freier Zyklus)

OB10 bis OB17 (Uhrzeitalarm)

OB20 bis OB23 (Verzögerungsalarm)

OB30 bis OB38 (Weckalarm)

OB40 bis OB47 (Prozessalarm)

OB55                 (Statusalarm)

OB56                 (Alarmaktualisierung)

OB57                 (herstellerspezifischer Alarm)

OB60                 (Multiprozessor Alarm)

OB61 bis OB64 (synchroner Zyklusalarm)

OB65                 (Technologie-Synchronisierungsalarm)

OB70                 (Peripherie-Redundanzfehler)

OB72                 (CPU-Redundanzfehler)

OB73                 (Kommunikationsfehler)

OB80                 (Zeitfehler) 

OB82                 (Diagnosealarm)

OB81                 (Spannungsversorgungsfehler)

OB83                 (Ziehen/Stecken-Alarm)

OB84                 (CPU-Hardwarefehler)

OB85                 (Programmablauffehler)

OB86                 (Baugruppenträgerausfall)

OB87                 (Kommunikationsfehler)

OB88                 (Bearbeitungsalarm)

OB90                 (Hintergrund-OB)

OB100               (Warmstart)

OB101               (Wiederanlauf)

OB102               (Kaltstart)

OB121               (Programmierfehler)

OB122               (E/A-Zugriffsfehler)

Beachten Sie, dass die folgenden SFBs, SFCs und OBs keine Funktion ausführen (NOPs). Sie müssen Programme, die eine NOP aufrufen nicht ändern.

  • SFB12, SFB13, SFB14, SFB15, SFB19, SFB20, SFB22 und SFB23,
  • SFC11, SFC36, SFC37, SFC38 und SFC62
  • OB81, OB84, OB87 und OB90

Weitere Informationen bezüglich der NOP-Anweisungen finden Sie in unserem Beitrag:

  • "Was bedeutet bei STEP 7 die NOP-Anweisung im AWL-Editor?", unter der Beitrags-ID: 19743100.

 

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.
Unterstützung zur Statistik
Mit dieser Funktion werden die IDs des Suchergebnisses nach gewünschter Anzahl ausgegeben (Format .txt)

Liste generieren
URL kopieren
Diese Seite in neuem Design anzeigen
mySupport Cockpit