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Beitragstyp: Produktmitteilung Beitrags-ID: 17627239, Beitragsdatum: 12.11.2003
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Lieferfreigabe SIMATIC WinCC/Connectivity Pack V6.0

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  • Betrifft Produkt(e)

Ab sofort ist

  • SIMATIC WinCC/Connectivity Pack V6.0

in allen ZN's und LG's zur Lieferung freigegeben.
Bitte beachten Sie, dass das Produkt Connectivity Pack ZWINGEND auf WinCC V6 SP1 bzw. WinCC V6 SP1 ASIA aufsetzt.

1.0 Zielstellung

Mit WinCC V6 wird der Weg dahingehend beschritten, Informationen aus Prozess und Produktion noch stärker in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Produktionsvorgänge sind nicht länger streng getrennt von der übrigen Infrastruktur einer Firma. Produktions-Computer befinden sich immer häufiger am Unternehmens-Intranet. Zur weiteren Steigerung der Effizienz einer Produktion ist es notwendig, dass relevante Produktionsdaten online weiterverarbeitenden Prozessen zur Verfügung gestellt werden, damit diese sofort darauf reagieren können. (Beispiel 1: Die Anzahl der Schaltspiele einer Maschine sind Eingangsgröße für ein Wartungsmanagement, um notwendige Servicezyklen zu planen und ggf. automatisch Verbrauchsartikel nachzubestellen. Beispiel 2: Energie-/Wärme-/Durchflussverbrauchszahlen werden online an ein kaufmännisches System weitergeleitet, um Kosten an Kostenstellen zu verrechnen und Rechnungen zu erstellen.)
Allen diesen Anwendungsfällen ist gemeinsam, dass Datenentstehung und Auswertung oftmals räumlich getrennt sind. Insofern besteht die Anforderung relevante Daten aus den SCADA Systemen an entfernte Auswertesysteme weiterzuführen. Diesem Anwendungsfall stellt sich das hier beschriebene WinCC Optionspaket.

2.0 Bestandteile des Connectivity Pack V6.0

Das Optionspaket WinCC/Connectivity Pack adressiert speziell die Anforderungen von Systemintegratoren und von Endanwendern mit eigener Engineeringabteilung. Es beinhaltet standardisierte Programmierschnittstellen, auf die Fremdanwendungen aufsetzen können. Durch die notwendige Programmierung erhält der Anwender die höchstmögliche Flexibilität, WinCC Daten mit Fremdanwendungen auszutauschen.
Die im Connectivity Pack lizenzierten Schnittstellen sind:

  • OPC Alarm & Event Server
  • OPC Historical Data Access Server
  • WinCC OLE-DB Provider
    (Microsoft OLE-DB Provider für SQL2000/ODBC - Innerhalb von Connectivity Pack V6.0 noch NICHT freigegeben!)

Die enthaltenen OPC Server erlauben die einfache Integration von Standardkomponenten externer Anbieter.

3.0 Funktionen des WinCC/Connectivity Pack V6.0

3.1 Lieferumfang
Das WinCC/Connectivity Pack besteht aus 2 CD und einer Autorisierungsdiskette. Auf der Connectivity Pack CD befindet sich eine Installation für den Connectivity Pack Server und eine weitere für den Connectivity Pack Client. Auf der zweiten CD wird der MS SQL-Server 2000 mitsamt SP3 ausgeliefert.

Der Connectivity Pack Server wird in der Regel auf einer WinCC RT-Maschine installiert. Er beinhaltet alle notwendigen Komponenten, um über die unter 2.1 aufgeführten Schnittstellen auf diese WinCC Maschine zuzugreifen.
Daneben kann der Connectivity Pack Server auch auf einem Langzeitauslagerungsserver (LAS) ohne WinCC Installation eingespielt werden. Dann bietet er Zugriff über OLE-DB auf die auf dem LAS befindlichen WinCC Archive. Während der Installation wird in diesem Fall auch der SQL 2000 Server SP3 eingespielt. In diesem Fall ist kein Zugriff über OPC A&E oder OPC HDA möglich, da dieser ein laufendes WinCC Runtime System voraussetzt.

Der Connectivity Pack Client dient der Installation des WinCC OLE-DB Providers und anderer notwendiger Komponenten auf einem Client OHNE WinCC Installation und OHNE SQL-Server Installation.
Wenn auf dem Client bereits eine WinCC Installation V6 SP1 vorliegt, so ist KEINE Installation des Connectivity Clients auf dieser Maschine notwendig.

Auf der CD befindet sich außerdem die zweisprachige Dokumentation (Deutsch, Englisch) und zwei Anwendungsbeispiele. Ein Anwendungsbeispiel zeigt eine Visual Basic Anwendung, die von remote auf die WinCC Datenbanktabellen zugreift. Die andere ist als WinCC Projekt realisiert, wo aus dem WinCC VBS-Skript heraus die notwendigen Aufrufe gemacht werden. Die Beispiele sind kommentiert und liegen im Sourcecode bei.
Eine Papierversion der Dokumentation existiert nicht.

3.2 Konfigurationen
Zugriff auf Standard WinCC RT-Maschine
Das Connectivity Pack kann auf jeder WinCC RT-Maschine (nicht WinCC Clients) ab der Version 6.0 SP1 installiert werden und erlaubt den gleichzeitigen Zugriff von mehreren Clients auf die WinCC Datenbank. Hierbei ist es unerheblich ob die aufrufenden Clientapplikationen lokal auf der gleichen Maschine ablaufen oder aber auf einem entfernten Rechner. Das ggf. zwischen Client und Server liegende Netzwerk muss TCP/IP unterstützen und darf nicht durch im Verbindungskanal liegende Firewalls DCOM-Verbindungen behindern.

Zugriff auf zentralen Langzeitarchivserver (LAS)
Das Connectivity Pack kann auch auf einem Langzeitarchivserver (ohne WinCC) installiert werden. Das Server Setup installiert zunächst den SQL-Server mit dem WinCC spezifischen Profil. Danach wird der im Lieferumfang des Connectivity Packs enthaltene Archive Connector gestartet. Mit ihm lassen sich auf dem LAS befindliche ausgelagerte WinCC Datenbanken (ggf. von verschiedenen unterlagerten WinCC Projekten) manuell an den SQL-Server anbinden und auch wieder abkoppeln. Darüber hinaus erlaubt der Archive Connector auch ein automatisches Verbinden von allen WinCC-Datenbankfiles, die in einen/mehrere speziellen Ordner des LAS kopiert werden.
Hierbei wird davon ausgegangen, dass in den unterlagerten WinCC Stationen die Auslagerung in eben diese Ordner des LAS projektiert wurde. Immer wenn also eine Archivdatenbank von WinCC auf den LAS kopiert wird, wird sie automatisch vom Archive Connector an den SQL-Server angebunden und steht dann über die Connectivity Pack Schnittstellen zur Verfügung.
Prinzipiell ist es möglich von mehreren unterlagerten WinCC Stationen auf denselben LAS aber in UNTERSCHIEDLICHE Ordner auszulagern.
Auch in diesem Fall kann die Clientanwendung lokal oder aber über Netzwerk zugreifen.

3.3 Installationsvoraussetzungen
Hardwarevoraussetzungen

Minimal

Empfohlen

CPU

Connectivity Pack Client: Intel Pentium II, 300 MHz
Connectivity Pack Server: Intel Pentium III, 800 MHz

Connectivity Pack Client: Intel Pentium III, 800 MHz
Connectivity Pack Server: Intel Pentium IV, 1400 MHz

Hauptspeicher/ RAM

Connectivity Pack Client: 256 MByte
Connectivity Pack Server: 512 MByte

Connectivity Pack Client: 512 MByte
Connectivity Pack Server: 1 GByte (1024 MByte)

Softwarevoraussetzungen
Am Connectivity Pack Server/Client sollte folgendes installiert sein:

  • Windows 2000 SP3
  • Windows XP SP1
  • Ggf. WinCC V6.0 SP1

Für die Installation auf einer WinCC V6 SP1 ASIA Maschine gelten die dort gemachten Angaben. (siehe Lieferfreigabe 17675883)

3.4 Verfügbare Daten
Das Connectivity Pack bietet Zugriff auf folgende WinCC Daten:

  • Online Alarme und Meldungen (via OPC A&E auf WinCC RT-Maschine; lesend und quittierend)
  • Historische Alarme (via WinCC OLE-DB auf WinCC RT-Maschine und LAS; lesend)
  • Historische Prozesswerte (via OPC HDA auf WinCC RT-Maschine; lesend)
  • Historische Prozesswerte (via WinCC OLE-DB auf WinCC RT-Maschine und LAS; lesend)

Ein Zugriff auf die Daten der Anwenderarchive ist derzeit nicht möglich.

Während der Zugriff auf Prozessdaten über WinCC-OLE-DB die reinen Rohdaten aus den Archiven zurückliefert, so bietet der OPC HDA Zugriff darüber hinaus auch die Möglichkeit, den Client beim Server bereits höher verdichtete Daten "bestellen" zu lassen. (z.B. Standardabweichung, Mittelwerte über die Zeit etc.) Dies resultiert in vermindertem Engineeringaufwand für den Anwender und einem verminderten Datenaufkommen auf dem Netzwerk.

3.5 Lizenzierung
Das WinCC Connectivity Pack wird über die Autorisierungsdiskette "WinCC/Connectivity Pack" freigeschaltet. Diese Lizenz ist nur auf dem PC notwendig, auf dessen Daten-Schnittstellen zugegriffen werden soll.
Diese Lizenz unterscheidet nicht die Anzahl und Art der gleichzeitigen Zugriffe.
Eine Connectivity Pack Lizenz ist auch dann notwendig, wenn die Clientanwendung (OPC Client oder Datenbank Client) lokal auf dem gleichen Rechner abläuft wie der Connectivity Pack Server.

Jeder Connectivity Pack Client (CP-Client) muss zusätzlich über eine WinCC CAL lizenziert werden. Dies trifft immer dann zu, wenn auf den CP-Clients keine lizenzierte Installation von WinCC, Web Navigator, Industrial DataBridge, Audit oder Dat@Monitor vorliegt. (In vorgenannten Produkten ist eine entsprechende CAL bereits enthalten.) Diese CAL ist immer auf EINEN CP-Client bezogen. Damit darf dieser Client auf beliebig viele Connectivity Pack Server zugreifen.
Für Anwendungen mit vielen zugreifenden Clients oder wenn die Anzahl nicht festgestellt/eingeschränkt werden kann (z.B. bei der Veröffentlichung von Archivdaten über einen Webserver), kann eine prozessor-basierte CAL eingesetzt werden. Diese CAL gilt immer für einen Prozessor EINER WinCC RT-Maschine/LAS. Bitte konsultieren Sie hierzu die Lieferfreigabe für WinCC/CAL (17624114).

3.6 Einsatz zusammen mit WinCC ASIA
Das WinCC/Connectivity Pack V6.0 ist ebenfalls für den Betrieb in den o.g. Anwendungsfällen mit Daten und Installation der WinCC V6 SP1 ASIA freigegeben. Die hierfür relevanten Systemumgebungen sind der Lieferfreigabe für WinCC V6 SP1 ASIA zu entnehmen. (siehe Lieferfreigabe 17675883)
Die Oberflächensprachen des Connectivity Pack stehen jedoch nicht in den asiatischen Sprachen zur Verfügung.

4.0 Lieferumfang und Bestelldaten

Fabrikatebezeichnung

Bestellnummer

WinCC / Connectivity Pack V6.0

6AV6 371-1DR06-0AX0

Die Bestelldaten der WinCC V6.0 SP1 und WinCC/CAL entnehmen Sie bitte der entsprechenden Lieferfreigabe (17066503 und 17624114).

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.