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Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 1853547, Beitragsdatum: 14.12.2010
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Wie werden die Dienste FETCH und WRITE über Industrial Ethernet (ISO-Transportverbindung, ISO-on-TCP-Verbindung) für die S7-300/400 mit Industrial Ethernet CP343-1 bzw. CP443-1 projektiert?

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Anleitung:
In einem Industrial Ethernet Netzwerk wird der Datenaustausch zwischen einer SIMATIC S7-300/400 und einem Fremd-PC mittels ISO-Transport, ISO-on-TCP oder TCP Protokoll realisiert. Hierbei wird in der SIMATIC S7-300/400 ein Industrial Ethernet CP eingesetzt.
Die SIMATIC S7-300/400 ist passiv am Aufbau der Kommunikationsverbindung beteiligt. Der PC baut die Kommunikationsverbindung aktiv auf. Er schreibt, unter Verwendung des Dienstes WRITE, Daten in die SIMATIC S7-300/400 und liest, unter Verwendung des Dienstes FETCH, Daten aus der SIMATIC S7-300/400.

Folgende IE CPs der S7-300 unterstützen die Dienste FETCH und WRITE:
 

IE CP Bestellnummer
CP343-1 PN
6GK7343-1HX00-0XE0
CP343-1 Standard
6GK7343-1EX11-0XE0
CP343-1 Standard
6GK7343-1EX20-0XE0
CP343-1 Standard
6GK7343-1EX21-0XE0
CP343-1 Standard
6GK7343-1EX30-0XE0
CP343-1 Lean
6GK7343-1CX00-0XE0
CP343-1 Lean
6GK7343-1CX10-0XE0
CP343-1 IT
6GK7343-1GX11-0XE0
CP343-1 IT
6GK7343-1GX20-0XE0
CP343-1 Advanced
6GK7343-1GX21-0XE0
CP343-1 Advanced
6GK7343-1GX30-0XE0
CP343-1 ERPC
6GK7343-1FX00-0XE0

Folgende IE CPs der S7-400 unterstützen die Dienste FETCH und WRITE:
 

IE CP Bestellnummer
CP443-1 Standard
6GK7443-1EX11-0XE0
CP443-1 Standard
6GK7443-1EX20-0XE0
CP443-1 IT
6GK7443-1GX11-0XE0
CP443-1 Advanced
6GK7443-1EX40-0XE0
CP443-1 Advanced
6GK7443-1EX41-0XE0
CP443-1 Advanced 6GK7443-1GX20-0XE0

Eine Übersicht der Eigenschaften, Dienste und Mengengerüste, die die IE CPs der S7-300 unterstützen finden Sie unter der Beitrags-ID: 16767769. Hier finden Sie u. a. die Information, ob die Dienste FETCH und WRITE unterstützt werden.

Eine Übersicht der Eigenschaften, Dienste und Mengengerüste, die die IE CPs der S7-400 unterstützen finden Sie unter der Beitrags-ID: 15368142. Hier finden Sie u. a. die Information, ob die Dienste FETCH und WRITE unterstützt werden.

Im Handbuch der IE CPs finden Sie ebenfalls die Information, ob die Dienste FETCH und WRITE unterstützt werden (Kapitel 1 "Eigenschaften / Dienste").

Beispiel:
In folgender Anleitung wird beschrieben wie Sie eine ISO-Transportverbindung für eine S7-400 Station projektieren, um den Datenaustausch unter Verwendung der Dienste FETCH und WRITE zu realisieren.

Nutzen Sie die in der Anleitung beschriebene Vorgehensweise ebenfalls, wenn Sie eine S7-300 Station oder die Dienste FETCH und WRITE über eine ISO-on-TCP-Verbindung oder TCP-Verbindung einsetzen.
 

Nr. Vorgehensweise
1 Öffnen Sie die Hardware-Konfiguration der S7-400 Station und fügen Sie per Drag & Drop einen CP443-1 in das Rack ein. Im Rack doppelklicken Sie auf den CP443-1 bzw. auf die PN IO-Schnittstelle des CP443-1, um den Eigenschaftsdialog des CP443-1 zu öffnen. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Eigenschaften".

 
Bild 01

2

In folgendem Dialog tragen Sie die IP-Adresse des CP443-1 ein. Wenn der Datenaustausch mittels ISO-Transport  Protokoll erfolgt, dann aktivieren Sie zusätzlich die Funktion "MAC-Adresse einstellen / ISO-Protokoll verwenden" und tragen die MAC-Adresse des CP443-1 ein.

Verbinden Sie den CP443-1 mit einem Subnetz, zum Beispiel "Ethernet(1)". Wenn noch kein Subnetz vorhanden ist, dann fügen Sie ein neues Subnetz ein.

Übernehmen Sie die Einstellungen mit "OK".


Bild 02

Hinweis:
Klicken Sie auf die Schaltfläche "Neu", um ein neues Subnetz einzufügen.

3 Speichern und übersetzen Sie die Hardware-Konfiguration.
4 Anschließend laden Sie die Konfiguration in die CPU.
5 Im SIMATIC Manager öffnen Sie über das Menü "Extras > Netz konfigurieren" das Tool "NetPro". In NetPro führen Sie die Verbindungsprojektierung durch.
6 Markieren Sie die CPU in der S7-400 Station und fügen Sie über das Menü "Einfügen > Neue Verbindung..." eine neue Verbindung ein. Über diese Verbindung werden die Daten mit dem Dienst WRITE gesendet.
7 Wählen Sie unter Verbindungspartner "unspezifiziert" aus.
Unter Verbindung wählen Sie den Typ "ISO-Transportverbindung" aus.

Klicken Sie auf die Schaltfläche "Übernehmen". Der Eigenschaftsdialog der ISO-Transportverbindung öffnet sich.


Bild 03

Hinweis:
Alternativ können Sie unter Verbindung den Typ ISO-on-TCP-Verbindung oder TCP-Verbindung auswählen.

8 Im Eigenschaftsdialog der ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Allgemein". Deaktivieren Sie die Funktion "Aktiver Verbindungsaufbau".


Bild 04

9 Im Eigenschaftsdialog der ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Adressen". Tragen Sie den lokalen und remoten TSAP, sowie die MAC-Adresse des Partners ein.


Bild 05

Hinweis:
Wenn Sie eine ISO-on-TCP-Verbindung oder TCP-Verbindung projektiert haben, dann geben Sie die IP-Adresse des Partners ein.

10 Im Eigenschaftsdialog der ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Optionen". Wählen Sie die Betriebsart "Write Passiv" aus. Übernehmen Sie die Einstellungen mit "OK".


Bild 06

Hinweis:
Wenn als Ziel des FETCH- oder WRITE-Auftrags ein Datenbaustein (DB) oder TIMER spezifiziert ist, dann gilt folgendes für die Adressierung der Daten:

  • Wenn der S7-Adressierungsmodus aktiviert ist, dann wird die Anfangsadresse der Daten als Byte-Adresse interpretiert (geeignet für Kommunikation zwischen S7-Stationen).
  • Wenn der S7-Adressiermodus deaktiviert ist, dann wird die Anfangsadresse der Daten als Wort-Adresse interpretiert (entspricht dem S5-Adressiermodus).

Für alle anderen Speicherbereiche ist die Anfangsadresse der Daten eine Byte-Adresse.

11 Fügen Sie eine weitere ISO-Transportverbindung ein. Über diese Verbindung werden die Daten mit dem Dienst FETCH empfangen.
12

Im Eigenschaftsdialog der zweiten ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Allgemein". Deaktivieren Sie die Funktion "Aktiver Verbindungsaufbau".

13

Im Eigenschaftsdialog der zweiten ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Adressen". Tragen Sie den lokalen und remoten TSAP, sowie die MAC-Adresse des Partners ein.

14 Im Eigenschaftsdialog der zweiten ISO-Transportverbindung wechseln Sie in das Register "Optionen". Wählen Sie die Betriebsart "Fetch Passiv" aus. Übernehmen Sie die Einstellungen mit "OK". Die Verbindungsprojektierung ist abgeschlossen.


Bild 07

15

Markieren Sie die S7-400 Station. Speichern und übersetzen Sie die Konfiguration und laden Sie diese in die CPU.

Mit den Funktionen FC7 "AG_LOCK" und FC8 "AG_UNLOCK" aus der "SIMATIC_NET_CP" Bibliothek können Sie einzelne FETCH- und WRITE-Aufträge und damit verbundene Datenbereiche gegen ein Lesen oder Schreiben einer Fremdstation verriegeln. Die Funktionen FC7 "AG_LOCK" und FC8 "AG_UNLOCK" dienen u. a. zur Sicherstellung der Datenkonsistenz.

Die SIMATIC S7-300 Stationen unterstützen die Funktionen FC7 "AG_LOCK" und FC8 "AG_UNLOCK" automatisch, wenn Sie einen IE CP einsetzen, der die Dienste Fetch und Write unterstützt.

 Bei den S7-400 Stationen müssen Sie im Eigenschaftsdialog des CP443-1 im Register "Adressen" die Funktion "Adresseinstellung für LOCK/UNLOCK bei FETCH/WRITE" aktivieren, wenn Sie die Funktionen FC7 "AG_LOCK" und FC8 "AG_UNLOCK" verwenden.


Bild 08

Hinweis:
Wenn die Funktion "Adresseinstellung für LOCK/UNLOCK bei FETCH/WRITE" im Eigenschaftsdialog des IE CPs > Register "Adressen" nicht auswählbar ist, dann werden die Funktionen "LOCK" und "UNLOCK" von der eingesetzten CPU nicht unterstützt.

Weitere Informationen zu den Diensten Fetch und Write finden Sie im Handbuch "NCM S7 für Industrial Ethernet " im Kapitel 4.8 "Betriebsart FETCH WRITE" unter der Beitrags-ID: 1172423.
 

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
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