Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 18648657, Beitragsdatum: 09.03.2004
(0)
Bewerten

Einsatz von S7-Kommunikation, MPI, FDL oder FMS in einem PROFIBUS Mastersystem, in dem die Verbindung über Power-Rail-Booster realisiert ist

  • Beitrag
  • Betrifft Produkt(e)


FRAGE:
 
Kann ich in einem PROFIBUS Mastersystem, in dem die Verbindung unter den Teilnehmern über Power-Rail-Booster realisiert ist, S7-Kommunikation, MPI, FDL oder FMS einsetzen?

ANTWORT:  
Der Einsatz der oben genannten Protokolle im Rahmen der Kommunikation in einem PROFIBUS Netzwerk mit PRB ist möglich. Der PRB unterstützt und überträgt alle Telegrammarten, die der PROFIBUS Norm entsprechen. Da alle oben genannten Protokolle den Einsatz aktiver Teilnehmer, die als Master oder als Slave konfiguriert sein können, erfordern, bedarf es aber einiger weiterführender Erklärungen.

Befinden sich alle aktiven Teilnehmer auf der stationären Seite des Schleifleitungsnetzwerkes oder die Verbindung zwischen den PRB ist über Kabel realisiert (Krananlagen, EMV belastete Umgebung, etc.), dann gibt es keinerlei Einschränkungen. Alle PROFIBUS Protokolle können eingesetzt werden.

Befinden sich die aktiven Teilnehmer auf beiden Seiten des Schleifleitungsnetzwerkes, dann kann es im Falle eines physikalischen Verbindungsabbruchs (Leitungsunterbrechung durch Abheben der Schleifkontakte, zu hoher Übergangswiderstand von Schaltorganen in der Power Rail Strecke, etc.) zu Störungen der Kommunikation kommen.

Dies soll an einem Beispiel mit einer stationären Steuerung als DP-Master und mehreren Fahrzeugen als aktiven DP-Slave erklärt werden. Die Steuerungen sind über PRB in einem Schleifleitungs­netzwerk miteinander verbunden. Bricht die Kommunikation zwischen dem Master und einem Slave auf Grund eines Abhebens der Schleifkontakte physikalisch ab, dann fällt der Slave aus dem logischen Tokenring heraus. Der Master kommuniziert nur noch mit den erreichbaren Slaves und tauscht Nutzdaten und Token aus. Der Slave ohne Verbindung zur Schleifleitung wartet eine definierte Zeit ab und generiert dann (entsprechend der PROFIBUS Norm) ein eigenes Token, da er am PROFIBUS keine Aktivität mehr sieht. Es entstehen also zwei asynchron zueinander laufende Bussysteme die jeweils einen Token (Sendeberechtigung) haben. Bekommt der von der Verbindung abgeschnittene Slave wieder Kontakt zum Mastersystem (Schleifkontakt rastet wieder in die Schiene ein), dann wird durch die aktiven Teilnehmer ein Doppeltoken am Bus erkannt und alle Teilnehmer ziehen sich vom Bus zurück. Die Kommunikation ist gestört. Der Profibus wird dann automatisch neu initialisiert und alle Teilnehmer in den Tokenring aufgenommen. Die Kommunikation ist wieder gesichert.

Zusammenfassung: 
Die Verwendung der Kommunikationsmechanismen S7-Kommunikation, MPI, FDL oder FMS über eine Power Rail Booster Übertragungsstrecke hinweg ist demnach möglich, jedoch führen bei Schleifleitungssystemen nicht auszuschließende Kontaktunterbrechungen zur Doppeltokenbildung mit nachfolgender kurzzeitiger Kommunikationsunterbrechung. Dies ist bei der Anlagenprojektierung zu beachten.

 

Fehlerdetails
Detailierte Fehlerbeschreibung
Helfen Sie uns, den Online Support zu verbessern.
Die aufgerufene Seite kann nicht angezeigt werden. Bitte kontaktieren Sie den Webmaster.
Kontakt zum Webmaster