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Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 19188913, Beitragsdatum: 17.08.2004
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IM 151-7 CPU: Programme mit gepackten Adressen portieren

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  • Betrifft Produkt(e)

FRAGE:  
Wie kann ich Programme mit gepackten E/A-Adressen auf eine IM 151-7 CPU  portieren?

ANTWORT:  
Die IM 151-7 CPU (6ES7 151-7AA10-0AB0) kann nur mit ungepackten E/A-Adressen arbeiten. Programme bzw. FBs mit gepackten E/A-Adressen müssen deshalb umverdrahtet werden, was einem "Entpacken" entspricht.  Wie die Portierung des Anwenderprogramms erfolgt, ist von den im Anwender-Programm verwendeten Operanden, die auf diese gepackten Adressen zugreifen, abhängig:

  1. Wenn Sie nur mit Bit-Operanden  (z.B. A0.1; E1.5;...) auf die gepackten E/A-Daten zugreifen, können Sie die Umverdrahtung automatisch im SIMATIC-Manager durchführen lassen. Markieren Sie hierzu den Ordner "Bausteine" und führen Sie den Menübefehl "Extras > Umverdrahten..." aus. Im angezeigten Dialogfeld "Umverdrahten" tragen Sie nun die gewünschten Ersetzungen (alter Operand / neuer Operand) in die Tabelle ein. Weitere Einzelheiten zum "Umverdrahten" finden Sie in "Hinweise zum Umverdrahten von Operanden" - Beitrags-ID: 11791432).

    Beispiel:
    Sie verwenden eine IM 151-1 Standard (6ES7 151-1AA03-0AB0) mit einem Powermodul und vier 2-DO-Elektronikmodulen.Die Ausgangsadressen der vier 2-DO-Elektronikmodule (6ES7 132-4FB00-0AB0) wurden "gepackt":
  • 1. Elektronikmodul: A 0.0..0.1
  • 2. Elektronikmodul: A 0.2..0.3
  • 3. Elektronikmodul: A 0.4..0.5
  • 4. Elektronikmodul: A 0.6..0.7 

Das Anwenderprogramm, in dem nur mit Bit-Operanden auf die gepackten Ausgänge zugegriffen wird, soll nun auf eine IM151-7 CPU portiert werden. Somit steht der gepackte Adressbereich von A 0.0 - A0.7  nicht mehr zur Verfügung. Die "entpackte" Adressbelegung könnte dementsprechend lauten:

  • 1. Elektronikmodul: A 0.0..0.1
  • 2. Elektronikmodul: A 1.0..1.1
  • 3. Elektronikmodul: A 2.0..2.1
  • 4. Elektronikmodul: A 3.0..3.1

In diesem Fall ist die Tabelle im Dialogfeld "Umverdrahten" mit den folgenden Daten auszufüllen:


Alter Operand

Neuer Operand

1 A0.2 A1.0
2 A0.3 A1.1
3 A0.4 A2.0
4 A0.5 A2.1
5 A0.6 A3.0
6 A0.6 A3.1

Tabelle 1: Beispiel für den Menüpunkt "Umverdrahten..."

  1. Werden zusätzlich zu den Bit-Operanden auch Operandenbereiche (z.B. BYTE, WORD, DWORD) verwendet, die auf gepackte E/A-Daten zugreifen, dann muss das Umverdrahten manuell erfolgen.

    Beispiel:
    Sie verwenden eine IM 151-1 Standard (6ES7 151-1AA03-0AB0) mit einem Powermodul und vier 2-DI-Elektronikmodulen.Die Eingangsadressen der vier 2-DI-Elektronikmodule (6ES7 131-4FB00-0AB0) wurden "gepackt":
  • 1. Elektronikmodul: E 0.0..0.1
  • 2. Elektronikmodul: E 0.2..0.3
  • 3. Elektronikmodul: E 0.4..0.5
  • 4. Elektronikmodul: E 0.6..0.7 

Im Anwenderprogramm werden diese Eingänge dann beispielsweise über den Befehl "L    EB 0 " abgerufen und weiterverarbeitet. 
Dieses Anwenderprogramm soll nun auf eine IM151-7 CPU portiert werden und somit steht der gepackte Adressbereich von E 0.0 - E0.7 (EB 0) nicht mehr zur Verfügung. Die "entpackte" Adressbelegung könnte dementsprechend lauten:

  • 1. Elektronikmodul: E 0.0..0.1
  • 2. Elektronikmodul: E 1.0..1.1
  • 3. Elektronikmodul: E 2.0..2.1
  • 4. Elektronikmodul: E 3.0..3.1

In diesem Fall muss der Befehl "L    EB 0 " entweder in Bit-Operanden mit den neuen Adressbereichen aufgesplittet werden oder die Eingangsadressen werden am Anfang des OB 1 zu einem Merker-Byte (z.B. MB 0) für die Weiterverarbeitung zusammengefasst. 

Einzelheiten entnehmen Sie bitte 

  • dem Handbuch "ET 200S Interfacemodul IM 151-7 CPU, Ausgabe: 11/2003, Kapitel 12.2", das Ihnen unter der Beitrags-ID: 12714722 zur Verfügung steht.
  • der Online-Hilfe von STEP 7 unter dem Suchbegriff "Umverdrahten"

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