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Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 24072753, Beitragsdatum: 13.11.2006
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Wie kann der Aufruf einzelner Stationen in einem SINAUT-Standleitungsnetz gesperrt werden?

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  • Betrifft Produkt(e)

Anleitung:
Soll ein SINAUT-Projekt durch Standleitungsteilnehmer erweitert werden, die bei der Inbetriebnahme der Anlage noch nicht alle verfügbar sind, so führt der Aufruf der Stationen zu einem höheren Polling-Zyklus, da die fehlenden Stationen den Aufruf durch die Zentrale-TIM noch nicht beantworten.

Das Polling durch die Zentrale-TIM kann im SINAUT-Projekt zeitweise unterbunden werden, indem die fehlenden Stationen in der Pollingliste der Zentrale-TIM gesperrt werden.

Dies erreicht man durch zwei unterschiedliche Verfahren, die im folgenden beschrieben werden.

Hinweis:
Diese Funktion ist generell nur bei Standleitungen verfügbar.

1. Offline-Verfahren
Beim Offline-Verfahren wird die Pollingliste der Zentrale-TIM mit Hilfe des SINAUT ST7-Konfigurationstools offline im Projekt bearbeitet.
 

Nr. Vorgehensweise
1

Öffnen Sie das Projekt im SINAUT ST7-Konfigurationstool

2

Öffnen Sie die Teilnehmerverwaltung des Projektes

3 Öffnen Sie die Eigenschaften durch Doppelklick auf die Zentrale-TIM und wählen das Register "Pollingliste" aus.

Hinweis:
Bei einer TIM 4 können auch zwei Register "Pollingliste" vorhanden sein, wenn sowohl an der internen, als auch an der externen Schnittstelle der TIM 4 ein Standleitungs- oder Funknetz angeschlossen ist. Im jeweils geöffneten Register "Pollingliste" ist dann erkennbar, ob es die Liste der internen oder der externen Schnittstelle ist.

4 Durch Doppelklick auf die TIM der zu sperrenden Station öffnet sich das Eigenschaften-Fenster "Pollinglisteneintrag". Hier können Sie den Aufruf durch die Zentrale-TIM sperren oder freigeben


Bild 01

Hinweis:
In der Pollingliste muss mindestens eine Station für den Aufruf freigegeben sein.
Das Sperren der letzten Station wird vom Diagnosetool nicht zugelassen, der betreffende Teil im Eigenschaften-Fenster "Pollinglisteneintrag" ist grau und lässt keine Änderungen zu.

5 Nach der Übersetzung des SINAUT-Projektes (es müssen nur SDBs neu generiert werden) und Übertragen der neu generierten SDBs in die Zentrale-TIM wird die gesperrte Station nicht mehr aufgerufen
Tabelle 01

Diese Methode hat den Vorteil, dass bei jedem Neu-Anlauf der Zentrale-TIM die Sperre bzw. Freigabe einer Station entsprechend der Parametrierung erhalten bleibt.
Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass zum Sperren oder Freigeben einer Station neue SDBs generiert und auf die TIM übertragen werden müssen. Die TIM muss nach der Übertragung der SDBs einen Neu-Anlauf machen, damit die neuen SDB-Inhalte aktiviert werden.

2. Online-Verfahren
Beim Online-Verfahren wird die Pollingliste der Zentrale-TIM mit Hilfe des SINAUT ST7-Service- und Diagnosetools online in der TIM bearbeitet.
 

Nr. Vorgehensweise
1 Öffnen Sie das Projekt im SINAUT ST7-Diagnose- und Servicetool.
2 Öffnen Sie die TIM-Teilnehmer-Diagnose der Zentrale-TIM. Zur Nutzung der Funktionen muss eine Verbindung zwischen Rechner und der Zentrale-TIM bestehen.


Bild 02
3 Wählen Sie das Register "Pollingliste intern" oder "Pollingliste extern" an.

Hinweis:
Bei einer TIM 4 können auch beide Register vorhanden sein, wenn sowohl an der internen, als auch an der externen Schnittstelle der TIM 4 ein Standleitungs- oder Funknetz angeschlossen ist.

In der Liste kann durch Doppelklick auf die TIM der zu sperrenden Station das Fenster zum Sperren/Freigeben geöffnet werden.


Bild 03
4 Im sich öffnenden Fenster wird der aktuelle Zustand des Teilnehmers (freigegeben oder gesperrt) angezeigt. Durch Betätigung des Buttons "Umschalten" kann der Teilnehmer im laufenden Betrieb gesperrt oder freigegeben werden.


Bild 04
5 Die Anzeige des Online-Zustandes des Teilnehmers ändert sich entsprechend.
In der Liste wird das Kreuz bei "Stations-Polling freigegeben" entfernt (Spalte F).


Bild 05

Hinweis:
In der Pollingliste muss mindestens eine Station für den Aufruf freigegeben sein.
Das Sperren der letzten Station wird vom Diagnosetool indirekt verhindert, eine Betätigung des Buttons "Umschalten" ist zwar möglich und wird auch als korrekt ausgeführt bestätigt, in der Spalte F der Pollingliste bleibt das Kreuz aber erhalten. Der Aufruf wurde nicht gesperrt.

Tabelle 02

Diese Online-Methode hat den Vorteil, dass die Liste der zu pollenden Stationen geändert werden kann, ohne neue SDBs generieren zu müssen. Auch ein Neu-Anlauf der TIM ist nicht nötig.
Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Änderung der Pollingliste nicht dauerhaft gespeichert wird. Bei jedem Anlauf der TIM werden die Änderungen an der Pollingliste gelöscht und durch die originalen SDBs ersetzt.

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.