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Beitragstyp: Anwendungsbeispiel Beitrags-ID: 2535533, Beitragsdatum: 27.06.2000
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Betriebssystem-Dienste im AG115U CPU945 mittels OB250

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  • Betrifft Produkt(e)

FRAGE:
Wie muss ich die Betriebssystem-Dienste im OB250 für die CPU945 versorgen ?

ANTWORT:
Das folgende Beispiel zeigt Ihnen, wie Sie die Systemdienste F-Nr.1 - 8 und F-Nr.10 - 28 versorgen können.
In jedem Netzwerk des Funktionsbausteins kann man einen Systemdienst mittels "Anstoß-Bit" bedingt aufrufen. Im zugehörigen Datenbaustein werden Ergebnisse und Fehlermeldungen abgelegt. Die Zuordnungen sind aus den Kommentaren ersichtlicht. Reaktionen auf Fehlermeldungen wurden in unserem Fall nicht programmiert.

HINWEIS:
Zum Kennenlernen der Betriebssystem-Dienste sollten nach Möglichkeit alle mitgelieferten Bausteine in eine leere CPU eingespielt werden, um optimale Testbedingungen zu erhalten. Später können die benötigten Beispiel-Netzwerke in ein bestehendes Programm eingebunden und erweitert bzw. angepasst werden.

ACHTUNG:
Die Anwendung der Betriebsystem-Dienste sollte nur unter Beachtung der Beschreibungen und Hinweise im Kap. 2 des GHBs für die CPU945 erfolgen !

Die nachfolgende Tabelle soll die Suche im Gerätehandbuch (=GHB) erleichtern.

Betriebssystem-
Dienst

F-
Nr.

GHB
Kapitel/Seite(n)

Zusätzlich zu beachten /
weitere Hinweise

Aktivierung des OB6
(Zeitalarmgesteuerte Bearbeitung)

1

Kap.2.10, S.2-50
Kap.2.8.5, S.2-34

Im OB6 Reaktion programmieren.

Neues Intervall für OB10

2

Kap.2.10, S.2-50
Kap.2-8.3, S.2-28f
Kap.8.2.8, S.8-46ff
Kap.11


- Zeit-Obs
- Befehle AS / AF / SIM
- Alternative über DB1

Neues Intervall für OB11

3

Kap.2.10, S.2-50
Kap.2-8.3, S.2-28f
Kap.8.2.8, S.8-46ff
Kap.11


- Zeit-Obs
- Befehle AS / AF / SIM
- Alternative über DB1

Neues Intervall für OB12

4

Kap.2.10, S.2-50
Kap.2-8.3, S.2-28f
Kap.8.2.8, S.8-46ff
Kap.11


- Zeit-Obs
- Befehle AS / AF / SIM
- Alternative über DB1

Neues Intervall für OB13

5

Kap.2.10, S.2-50
Kap.2-8.3, S.2-28f
Kap.8.2.8, S.8-46ff
Kap.11


- Zeit-Obs
- Befehle AS / AF / SIM
- Alternative über DB1

Eintragung Bestückungsaufbau verändern in BS128 - BS159

6

Kap.2.10, S.2-51
Kap.2.6.1


- Bestückungsaufbau

Reduzierung des PAA-Transfers

7

Kap.2.10,
S.2-51 + S.2-59
Kap.2.8.2, S.2-25ff
Kap.11


- Fehlerauswertung
- Prozessabbildtansfer
- Alternative über DB1

Aufbau der Liste aller ansprechbaren Peripherie-Bytes

8

Kap.2.10, S.2-51

Einschränkung für DE434-7 und DE/DA 485-7

Erzeugung eines DB ohne TRAF

10

Kap.2.10, S.2-52

OB32 ggf. nicht notwendig

Erzeugung eines DX ohne TRAF

11

Kap.2.10, S.2-52

OB32 ggf. nicht notwendig

Neuaufbau der Bausteinadressliste

12

Kap.2.10, S.2-52

Verlängerung der Zyklus-Zeit bei Anwendung
--> ggf. mit OB31 triggern

Peripherie-Zugriff:

Byte-Adresse von S5-Bus lesen

13

Kap.2.10, S.2-53

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Peripherie-Zugriff:

auf S5-Bus-Byte-Adr. schreiben

14

Kap.2.10, S.2-53

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Peripherie-Zugriff:

Wort-Adresse von S5-Bus lesen

15

Kap.2.10, S.2-53

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Peripherie-Zugriff:

auf S5-Bus-Wort-Adr. schreiben

16

Kap.2.10, S.2-53

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Kachel-Zugriff:

Byte von Kachel lesen

17

Kap.2.10, S.2-54

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Kachel-Zugriff:

Byte auf Kachel schreiben

18

Kap.2.10, S.2-54

Bei QVZ: BS103+BS104 auswerten

Digitale Ausgänge mittels BASP freigeben / sperren

19

Kap.2.10, S.2-54

Einschränkung für DE434-7 und DE/DA 485-7

DBA-Register lesen (24 Bit)

20

Kap.2.10, S.2-55

- nur gerade Adressen

DBA-Register schreiben (24 Bit)

21

Kap.2.10, S.2-55

- nur gerade Adressen

DBL-Register lesen (24 Bit)

22

Kap.2.10, S.2-55

DBL-Register schreiben (24 Bit)

23

Kap.2.10, S.2-55

DX indiziert aufrufen

24

Kap.2.10, S.2-56

DX muss vorhanden sein, sonst wird DBA + DBL verändert !

FX indiziert aufrufen

25

Kap.2.10, S.2-56

Ggf. Status- / BR-Register und AKKUs verändert !

Baustein aus Bausteinadressliste austragen

26

Kap.2.10, S.2-57

Baustein bleibt jedoch "gültig im RAM"

Bausteinkennung ändern auf:
"gültig im EPROM"

27

Kap.2.10, S.2-58
Kap.4.3.2, S.4-7ff


Übertrag Anwenderprog.

Bausteinkennung ändern auf:
"gültig im RAM"

28

Kap.2.10, S.2-58
Kap.4.3.2, S.4-7ff


Übertrag Anwenderprog.

 

Besonderheiten / Anwendungsmöglichkeiten:
Mit F-Nr. 6 kann man z.B. zusätzliche Baugruppen im laufenden Betrieb hinzufügen, da normalerweise für den Eintrag in das Peripherie-Abbild ein Anlauf über Netz EIN notwendig ist.
Eine Aktivierung der F-Nr. 7 "Reduzierung des PAA-Transfers" bewirkt, dass für die vorgegebene Anzahl von Zyklen nur die Änderungen der Ausgangsbytes vom Buscontroller an die digitale Peripherie ausgegeben werden, d.h. es kommt zur Verringerung der Belastung auf dem S5-Rückwandbus. Dies ist unabhängig von der Art des eingestellten Prozessabbildtransfers mittels BS120 Bit-Nr. 7, bei dem eine Auswahl zwischen sequentiellem oder parallelem PAA-Transfer stattfindet (vgl. GHB Kap.2.8.2, S.2-25ff.). Das Bit 7 des BS120 beeinflusst also den Zeitpunkt des Datenaustausches zwischen Steuerprozessor und Buscontroller, wogegen der Dienst F-Nr. 7 den Datenaustausch zwischen Buscontroller und Peripherie regelt.
Die Erzeugung eines Datenbausteines mittels F-Nr. 10 (für DBs) und F-Nr. 11 (für DXs) findet nur statt, wenn der gewünschte Baustein noch nicht im AG existiert, d.h. auch bei Vorgabe einer größeren Länge kommt es zu keiner Überschreibung bereits im AG befindlicher DBs/DXs. Es erfolgt leider kein Fehlereintrag, dass der Datenbaustein bereits existiert.
Mit F-Nr. 12 wird die Bausteinadressliste im DB0 aktualisiert. Alle im RAM mit "gültig" gefundenen Bausteine (z.B. die gelöschten Bausteine des Betriebsystem-Dienstes F-Nr.26) können mittels F-Nr.12 wieder in die Bausteinadress-Liste eingetragen werden. Siehe hierzu die o.g. Tabelle und die Hinweise im GHB S.6-16, sowie die nachstehenden Erläuterungen zu F-Nr.26.
Für die Versorgung der Betriebssystem-Dienste F-Nr.13 bis F-Nr.16 ist die Errechnung der absoluten Adresse notwendig !
Im vorliegenden Beispiel haben wir für die Dienste F-Nr.17 "Byte von Kachel lesen" und F-Nr. 18 "Byte auf Kachel schreiben" eine Kachelbaugruppe (z.B.: CP544, Schnittstelle 1, in Adapterkapsel, COM-PP) mit Kachel-Nr.16 verwendet. Die Synchronisation der Kachel sollte im OB21 / OB22 mittels FB249 erfolgen.
Die Stack-Register (DBA = Datenbaustein-Adressregister, DBL = Datenbaustein-Längenregister) können mit den Diensten F-Nr.20 bis F-Nr.23 z.B. für Direkt-Zugriffe gelesen oder beschrieben werden. Für das Verändern ist die Errechnung der absoluten Adresse notwendig ! Jedoch Vorsicht beim Beschreiben dieser Register !
Als Ersatz für fehlende Befehle in der CPU945 wird der indizierte Aufruf eines DX mittels F-Nr.24, bzw. der indizierte Aufruf einesFX-Bausteins mittels F-Nr.25 durchgeführt. Bitte beachten Sie unbedingt die Hinweise im GHB in Kap. 2.10, S.2-56 zum Thema: Einfluss auf BR-, DBA-, DBL-, Status-Register und auf die AKKUs bei Verwendung dieser Betriebssystem-Dienste, bzw. im Fehlerfall !
Der Dienst F-Nr.26 setzt auf der Tatsache auf, dass der AG-Speicher beim Übertragen aufgefüllt wird, bis er voll ist und komprimiert werden muss. Löscht man einen Baustein über F-Nr.26 aus der Bausteinadressliste, so bleibt er trotzdem als "Ursprungs-Baustein" mit der Kennung "gültig im RAM" im AG-Speicher liegen. Wird danach z.B. für Testzwecke ein gleichnamiger Baustein eingespielt, so liegt dieser weiter hinten im AG-Speicher. Ein Adresslisten-Neuaufbau (Netz EIN, Komprimieren) mittels systeminterner Speicheruntersuchung beginnt von unten nach oben, d.h. die Adresse des zuerst gefundenen "gültigen Bausteins" wird in der Bausteinadressliste eingetragen. Alle dahinterliegenden, gleichnamigen "gültigen Bausteine" im Speicher werden ignoriert.
Die Dienste F-Nr.27 und F-Nr.28 ändern die Bausteinkennungen aller in der Bausteinadressliste eingetragenen Bausteine, jedoch nicht die mit Kennung "integrierter Baustein". Die Lange der Bausteine im AG bleibt erhalten
Bei der CPU945 findet keine Abarbeitung des Anwenderprogramms aus dem EPROM statt. Deshalb findet ein Umkopieren in einen internen RAM-Bereich statt. Auf Grund der Kompatibilität zu den Altsteuerungen wird deshalb mit den Kennungen "gültig im EPROM " und "gültig im RAM" gearbeitet.
Die Kennung "gültig im EPROM" setzt beim Aufbau der Bausteinadressliste das Vorhandensein eines EPROMs voraus. Beim Dienst F-Nr.27 bleiben DBs und DXs "beschreibbar" und "gültig im RAM".

ob250cpu945.exe

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.