Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 29054992, Beitragsdatum: 21.04.2016
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Wie konfigurieren Sie den RT Loader, um eine WinCC flexible Runtime Datei vom Projektierungsrechner auf einen Visualisierungs-PC zu übertragen?

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Dieser FAQ fasst verschiedene Einstellungen zusammen, die Sie überprüfen müssen, um eine WinCC flexible Runtime Datei von einem Projektierungs-PC ("Quellrechner") auf einen Visualisierungs-PC ("Zielrechner") zu transferieren und einen automatischen Start der Runtime beim Hochlauf des Rechners zu konfigurieren.


Allgemeines

Für die Übertragung stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Seriell - mit einem Siemens RS232 -Kabel (MLFB: 6ES7 901-1BF00-0XA0)
  • USB - mit einem Host-to-Host USB-Kabel
  • Ethernet - über eine TCP/IP Verbindung
  • MPI/PROFIBUS

Realisieren Sie zunächst eine der oben aufgeführten Verbindungen zwischen dem Projektierungsrechner und dem Visualisierungs-PC.

Hinweis
Achten Sie dabei auf die korrekte Einstellung der PG/PC-Schnittstelle. Hinweise dazu finden Sie unter der Beitrags-ID 11870489.

Einstellungen am Visualisierungs-PC (Zielrechner) 

Nr.

Aktion

1 Starten des RT Loader
Öffnen Sie den RT Loader unter "Start > SIMATIC > WinCC flexible 200x Runtime > WinCC flexible Runtime Loader"
Der RT Loader wird geöffnet.
2 Einstellungen
Betätigen Sie die Schaltfläche "Einstellungen".
Es öffnet sich das Menü für die Transfer- und Verzeichnisseinstellungen.

 


Bild 01
 
Beschreibung der einzelnen Einstellungen
  • Verbindung - Kanal 1, seriell
    Aktivieren Sie den Kanal 1, wenn die Runtime Datei seriell auf den Visualisierungs-PC übertragen werden soll.
  • Verbindung - Kanal 2
    Aktivieren Sie den Kanal 2, wenn die Runtime Datei per MPI (PROFIBUS), USB oder Ethernet auf den Visualisierungs-PC übertragen werden soll.
  • Option Fernsteuerung
    Setzen Sie die Checkbox bei "Fernsteuerung" (Remote Control), wenn der Visualisierungs-PC bzw. das SIMATIC Panel automatisch vom Runtimemodus in den Transfermodus wechseln soll.

Hinweis
Ist die Option Fernsteuerung aktiviert, beendet jeder Transferanstoß am Projektierungs-PC die PC Runtime automatisch und startet den Projekttransfer. Im Normalbetrieb der Anlage kann es durch ungewollte Transferanstöße zu einem Beenden der PC Runtime und damit zu einer nicht-Bedienbarkeit der Anlage kommen. Siemens empfiehlt ausdrücklich, den automatischen Transfer nach Inbetriebnahme des Geräts zu deaktivieren. Der Transfer liefert vollen Zugang für alle Personen, die in der Lage sind, sich mit dem Gerät zu verbinden. Das beinhaltet die Möglichkeit, alle gespeicherten Information zu lesen und zu ändern. Der automatische Transfer wurde unter der Annahme entwickelt, dass das Gerät in einer geschützten industriellen Umgebung läuft, wenn der Dienst aktiviert wird.

Link zum Siemens Security Advisory
 Siemens_Security_Advisory_SSA-460621_V1_2.pdf (73,6 KB)

  • Verzeichnisse - Projektierungsdatei
    Geben Sie hier ein beliebiges Verzeichnis vor.
    In dieses Verzeichnis wird später die Runtime Datei "*.fwx" übertragen.
  • Verzeichnisse - Rücktransferdatei
    Geben Sie hier ein beliebiges Verzeichnis vor.
    Wird beim Projektierungsrechner bei den Transfereinstellungen "Rücktransfer aktivieren" mit angewählt, wird das Projekt beim Transfer aus dem Quellformat (*.hmi) komprimiert und als Datei "*.pdz" in dieses Verzeichnis übertragen.
  • Verzeichnisse - Anwendung automatisch starten
    Geben Sie hier das Verzeichnis an, in dem sich "HmiRtm.exe" auf Ihrem Visualisierungs-PC befindet. Der Pfad wird in der Regel vom System vorgegeben.
    Über "HmiRtm.exe" wird die WinCC flexible Runtime gestartet, sofern sich im Projektierungsverzeichnis eine Projektierung befindet.
  • Verzeichnisse - Warten
    Geben Sie ein, wie viele Sekunden der RT Loader vor dem Start der Runtime eingeblendet bleibt (1 s, 3 s, 5 s, 10 s oder ständig).
  • Sprachen
    Stellen Sie die Oberflächensprache für den RT Loader ein.
Wenn Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, bestätigen Sie die Eingaben mit der "OK" Schaltfläche.

3 Transfer aktivieren
Nach dem Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, betätigen Sie am RT Loader die Schaltfläche "Transfer".

Damit sind alle notwendigen Einstellungen am Visualisierungs-PC abgeschlossen.

Tabelle 01

Transfereinstellungen am Projektierungs-PC (Quellrechner)

Öffnen Sie die Transfereinstellungen über "Projekt > Transfer > Transfereinstellungen"
(alternativ wählen Sie das Symbol für die Transfereinstellungen).
  • Wählen Sie eine der möglichen Transferoptionen (Modus) aus.
    • Seriell
    • MPI/DP
    • USB
    • Ethernet
  • Vergeben Sie die entsprechende Adresse
  • Aktivieren Sie gegebenenfalls weitere Optionen
     

Bild 02
 
Hinweis
Der Übertragungsmodus muss bei beiden Rechnern (Projektierungs-PC und Visualisierungs-PC) übereinstimmen.

Damit sind alle notwendigen Einstellungen am Projektierungsrechner abgeschlossen.

Um den Transfer zu beginnen, betätigen Sie die Schaltfläche "Transfer".
Die Daten werden in das Verzeichnis übertragen, das Sie im RT Loader am Visualisierungs-PC vorgegeben haben.

Einbinden des RT Loader in den Autostart

RT Loader in den Autostart einbinden
Nachfolgend wird an einem Beispiel erklärt, wie Sie den RT Loader in den Autostart einbinden können.
  • Öffnen Sie den Ordner, in dem die "HmiLoad.exe" (RT Loader) installiert ist.
    Die Datei befindet sich standardmäßig unter
    "C:\Program Files\Siemens\SIMATIC WinCC flexible\WinCC flexible 200x Runtime\ HmiLoad.exe" 
    (Pfad und Bezeichnungen können je nach installierter Sprachversion des Betriebsystems abweichen).
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die "HmiLoad.exe" und erstellen Sie eine Verknüpfung über den Menüpunkt "Verknüpfung erstellen".
    Kopieren Sie anschließend diesen "Shortcut".
  • Öffnen Sie den Ordner "Startup" (Autostart) und fügen Sie in diesen Ordner den zuvor kopierten "Shortcut" ein.
    Der Ordner befindet sich im Verzeichnis
    "C:\Documents and Settings\Benutzername\Start Menu\Programs\Startup"
     

Bild 03
 
Damit sind die erforderlichen Einstellungen abgeschlossen.

Bei jedem Neustart des Rechners wird zunächst der RT Loader gestartet, und anschließend über den RT Loader die WinCC flexible Runtime.

WinCC flexible Runtime Datei in den Autostart einbinden
Sie können anstelle des RT Loader auch die Runtime Datei direkt in den Autostart einbinden.
Bei dieser Variante wird der "RT Loader" nicht benötigt.
Ein Transfer kann bei dieser Variante allerdings nicht automatisch angestoßen werden.

Nachfolgend wird an einem Beispiel erklärt, wie Sie die Runtime Datei (*.fwx) in den Autostart einbinden können.

  • Öffnen Sie den Ordner, in dem sich die WinCC flexible Runtime befindet (*.fwx).
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die *.fwx Datei und erstellen Sie eine Verknüpfung über den Menüpunkt "Verknüpfung erstellen". Kopieren Sie anschließend diesen "Shortcut".
  • Öffnen Sie den Ordner "Startup" (Autostart) und fügen Sie in diesen Ordner den zuvor kopierten "Shortcut" ein.
    Der Ordner befindet sich im Verzeichnis
    "C:\Documents and Settings\Benutzername\Start Menu\Programs\Startup"
     

Bild 04
 
  • Über "Start > Programme > Startup" können Sie kontrollieren, ob die WinCC flexible Runtime Datei sich im "Autostart" befindet.
       

Bild 05

Damit sind die erforderlichen Einstellungen abgeschlossen.
Bei jedem Neustart des Rechners, wird die WinCC flexible Runtime Datei automatisch gestartet.

Manuelles kopieren der Runtime Datei "*.fwx" auf den Visualisierungs-PC

Anstelle der "Transferfunktion" können Sie auch die Runtime Datei direkt auf den Visualisierungs-PC kopieren und diese über den RT Loader starten.
Führen Sie dazu die nachfolgenden Schritte durch.
  1. Kopieren Sie die Runtime Datei "*.fwx" in den Ordner, den Sie im RT Loader unter "Einstellungen > Verzeichnisse > Projektierungsdatei" angegeben haben.
  2. Benennen Sie die "*.fwx" Datei nach "PDATA.fwx" um.
    Beispiel: "Projekt_RT_01.Panel_1.fwx"    =>    "PDATA.fwx"

Damit sind alle notwendigen Einstellungen für die manuelle Einbindung der Runtime Datei auf dem Visualisierungs-PC abgeschlossen.  

Hinweis
Die Runtime Datei "*.fwx" wird automatisch auf Ihrem Projektierungsrechner erstellt, wenn Sie dort zuvor die Runtime gestartet haben.
Die Runtime Datei befindet sich in dem WinCC flexible Projektordner, in dem sich z.B. auch die "*.hmi" Datei befindet.


Problembehebung beim Transfer bzw. beim Start auf dem Visualisierungs-PC 

Wenn keine Verbindung zwischen Visualisierungs-PC und Projektierungs-PC zustande kommt bzw. die Runtime Datei nicht startet, überprüfen Sie bitte die nachfolgenden Einstellungen am Visualisierungs-PC:

Seriell
Ist die richtige COM-Schnittstelle angewählt?

MPI (PROFIBUS)
Überprüfen Sie die Einstellungen in der PG/PC Schnittstelle:

  • PG/PC ist einziger Master am Bus: aktiviert
  • Adresse: muss zwischen Projektierungs-PC und Visualisierungs-PC verschieden sein
  • Baudrate: muss mit jener des Projektierungs-PCs überreinstimmen
  • Höchste Teilnehmer Adresse: muss mit jener des Projektierungs-PCs überreinstimmen
  • Busabschlusswiderstand: angewählt
  • Verwendetes Kabel: z.B. PROFIBUS-Kabel verwenden

Ethernet
Überprüfen Sie die Parameter der Verbindung:

  • Computername oder IP-Adresse
  • SUB-Netz
  • Verwendetes Kabel

Reaktion auf Fehlermeldungen
Falls es zu einer Fehlermeldung kommt, reagieren Sie wie angegeben:

  • "Keine Projektierung verfügbar. Bitte Transfer anstoßen!"
    Kontrollieren Sie im RT Loader unter "Verzeichnisse - Projektierungsdatei" den vorgegebenen Ablagepfad und vergewissern Sie sich, dass dort eine Runtime Datei hinterlegt ist (PDATA.fwx).
  • "Fehler beim Starten von WinCC Flexible RT. Bitte neu transferieren."
    Kontrollieren Sie im RT Loader unter "Verzeichnisse - Anwendung automatisch starten" den vorgegebenen Ablagepfad für die "HmiRtm.exe".

Problembehebung beim Transfer auf den Projektierungs-PC

Wenn keine Verbindung zwischen Projektierungs-PC und Visualisierungs-PC zustande kommt, überprüfen Sie bitte die nachfolgenden Einstellungen am Projektierungs-PC:

Seriell
Ist die richtige COM-Schnittstelle angewählt?

MPI (PROFIBUS)
Überprüfen Sie die Einstellungen in der PG/PC Schnittstelle:

  • PG/PC ist einziger Master am Bus: aktiviert
  • Adresse: muss zwischen Projektierungs-PC und Visualisierungs-PC verschieden sein
  • Baudrate: muss mit jener des Visualisierungs-PCs übereinstimmen
  • Höchste Teilnehmer Adresse: muss mit jener des Visualisierungs-PCs übereinstimmen
  • Busabschlusswiderstand: angewählt
  • Verwendetes Kabel: z.B. PROFIBUS-Kabel verwenden

Ethernet

  • Computername oder IP-Adresse
  • SUB-Netz
  • Verwendetes Kabel

Reaktion auf Fehlermeldung
Falls es zu einer Fehlermeldung kommt, reagieren Sie wie angegeben:

  • "Eine Verbindung konnte nicht hergestellt werden."
    Überprüfen Sie Ihre Einstellungen, Schnittstellen, Kabel etc.
    Kontrollieren Sie die PG/PC Schnittstelle, Transfereinstellungen usw.

Vorsicht
Die in diesem Beitrag beschriebenen Funktionen und Lösungen beschränken sich überwiegend auf die Realisierung der Automatisierungsaufgabe. Bitte beachten Sie darüber hinaus, dass bei Vernetzung Ihrer Anlage mit anderen Anlagenteilen, dem Unternehmensnetz oder dem Internet entsprechende Schutzmaßnahmen im Rahmen von Industrial Security zu ergreifen sind. Weitere Informationen dazu finden Sie unter der Beitrags-ID 50203404.