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Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 43033406, Beitragsdatum: 04.01.2016
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Wie können Daten mit PCS 7 an eine H-CPU gesendet werden, die nicht im gleichen Multiprojekt erstellt wurde?

  • Beitrag
  • Betrifft Produkt(e)
In PCS 7 besteht die Möglichkeit, Daten von ASen auszutauschen, die nicht im gleichen Multiprojekt projektiert wurden.

Um diesen Datenaustausch durchzuführen, verwenden Sie im S7-Programm die Bausteine "SEND_R" und "REC_R" (32 REAL und 32 BOOL Werte) oder "SEND_BO" und "REC_BO" (128 BOOL Werte). Diese Bausteine finden Sie im Ordner "COMM" der Bibliothek "PCS 7 Library V7x" bzw. "PCS 7 Library V8x".
Die hier beschriebene Vorgehensweise ist grundsätzlich auch auf die im Rahmen von S7 F Systems verfügbare sicherheitsgerichtete Kommunikation zwischen F-CPUs anwendbar. Details zur Projektierung dieser Verbindungen entnehmen Sie bitte dem Programmier- und Bedienhandbuch zu S7 F/FH Systems 109742100.
   
Hinweis
Die unten beschriebene Vorgehensweise kann auch genutzt werden, wenn eine Single-CPU (H-CPU) mit einem H-System kommunizieren soll. Dabei ist darauf zu achten, dass die Single-CPU der aktive Teilnehmer ist, der die Verbindung aufbaut, und dass die benötigten TSAP-Nummern der Stationen richtig projektiert sind. 

Voraussetzung

Multiprojektübergreifend können keine hochverfügbaren Verbindungen projektiert werden.
Um dieses Verhalten zu umgehen, können Dummy-Stationen in die jeweiligen Multiprojekte eingefügt werden, die nur für die Verbindungsprojektierung benötigt werden.
Sie haben für jede Anlage ein Multiprojekt erzeugt und die Hardware projektiert. Beide Anlagen müssen sich in einem physikalischen Netz befinden.

Vorgehensweise
Folgendes Beispiel zeigt die Kommunikation zwischen zwei S7-417 H CPUs. Bei Standard S7-400 CPUs ist die Projektierung von Dummy-Stationen nicht notwendig. Es wird dann die unspezifizierte "S7-Verbindung" verwendet. Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag: 17628518

1. Platzhalter-Station erstellen
Damit Sie die Verbindungen projektieren können, benötigen Sie in beiden Projekten eine "Dummy-Station".  

  • Öffnen Sie das Projekt.  
  • Im Kontextmenu des Projekts wählen Sie den Eintrag "Neues Objekt einfügen >  SIMATIC H-Station".  
  • Projektieren Sie die Hardwarekonfiguration der Station, mit der Sie eine Verbindung herstellen wollen. Um Projektierungsfehler zu vermeiden, können Sie die Hardwarekonfiguration des jeweils anderen Projekts exportieren und in diesem wieder importieren.  
  • Verbinden Sie die CPs mit den bestehenden Subnetzen des Projekts.  
  • Diese Platzhalter-Station benötigt kein S7-Programm, weil sie nur für die Verbindungsprojektierung benötigt wird.

    ACHTUNG!
    Laden Sie niemals die Hardware der Dummy-CPU
      

    Bild 01
     
2. Verbindungen Projektieren
  

Bild 02
   
Sie benötigen in beiden Projekten eine Verbindung von der CPU zur Dummy-Station:   
  • Öffnen Sie den Editor "NetPro".   
  • Markieren Sie das Feld "CPU" der SIMATIC-H-Station.  
  • Wählen Sie den Menüpunkt "Einfügen > Neue Verbindung...".  
  • Markieren Sie als Verbindungspartner die Platzhalter-Station und wählen den Verbindungs-Typ "S7-Verbindung hochverfügbar".    
  • In einem Projekt wählen Sie im Eigenschaften-Dialog der Verbindung die Option "Aktiver Verbindungsaufbau", während Sie im anderen Projekt diese Option nicht anwählen.  
  • Passen Sie die Lokale ID an. Im Beispiel wurde für die CPU 1 die ID 1 und für CPU 2 die ID 2 gewählt. 
        

    Bild 03
       

    Bild 04   
  • Überprüfen Sie die "S7-Subnetz-ID" der Subnetze und die TSAP-Nr. der Stationen. Diese müssen in beiden Projekten für die jeweilige Verbindung gleich sein.
 
Hinweis
Da hier eine spezifizierte S7-Verbindung verwendet wird, ist die TSAP-Nummer von der Konfiguration vorgegeben und kann nicht editiert werden. Die TSAP-Nr. setzt sich aus der Verbindungsressource und Rack/Steckplatz zusammen. Die erste Verbindung, die Sie für die Kommunikation anlegen, erhält die Ressource 10. Bei weiteren Verbindungen wird die Verbindungsressource inkrementiert. Rack- und Steckplatznummer werden von der Projektierung in der Hardware-Konfiguration bestimmt, wobei Rack 1 die Nummer 0 und Rack 2 die Nummer 2 erhält. Die Steckplatznummer entspricht dem Steckplatz, an dem die CPU gesteckt ist. Die Subnetz-ID können Sie in den Eigenschaften der S7-Verbindung einstellen.
  
Wenn die TSAP-Nummern in den Multiprojekten nicht übereinstimmen, gehen Sie wie folgt vor:    
  • Fügen Sie solange Verbindungen hinzu, bis die Zahlen bei "Verbindungsressource" übereinstimmen.
  • Löschen Sie alle Verbindungen, die Sie zum Erreichen der benötigten TSAP eingefügt haben.
        

Bild 05
   

  
3. Programmerweiterung zur Datenübertragung
  • Öffnen Sie je einen CFC-Plan in beiden Projekten.  
  • Fügen Sie je einen Baustein "SEND_R" und "REC_R" in den CFC-Plänen ein.  
  • Am Eingang "ID" der beiden Bausteine projektieren Sie die Verbindungs-ID. Im Beispiel ist dies die 1 im ersten Projekt und die 2 im zweiten Projekt.  
  • Am Eingang "R_ID" der Bausteine projektieren Sie eine beliebige Nummer. Diese Nummer muss jeweils bei einem "SEND_R"- und "REC_R"-Paar identisch sein. Im Beispiel ist dies am Sendebaustein Projekt 1 und am Empfangsbaustein Projekt 2 die 6, sowie am Empfangsbaustein Projekt 1 und am Sendebaustein Projekt 2 die 5.  
    Hinweis
    Bei F-Kommunikation sind nur ungerade R_IDs zulässig.
    (Intern sind 2 IDs erforderlich R_ID und R_ID +1)


    Bild 06
Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.