Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 46636225, Beitragsdatum: 18.11.2010
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Was ist bei der Parametrierung der Ansprechüberwachungszeit zu beachten, wenn eine Ringredundanz mit dem Media Redundancy Protocol aufgebaut wird?

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Beschreibung
Die Funktion Medienredundanz dient zur Sicherstellung der Netz- und Anlagenverfügbarkeit. Redundante Übertragungsstrecken (Ringtopologie) sorgen dafür, dass bei Ausfall einer Übertragungsstrecke ein alternativer Kommunikationsweg zur Verfügung gestellt wird.

Das Media Redundancy Protocol (MRP) ist Bestandteil der PROFINET-Standardisierung nach IEC 61158. Eine Übersicht der PROFINET IO-Controller und IO-Devices, die das Media Redundancy Protocol unterstützen und für die das Media Redundancy Protocol aktivierbar ist, finden Sie unter folgender Beitrags-ID: 44383954.

Bei Ausfall einer Übertragungsstrecke kann die Rekonfiguration des Netzwerkes, d.h. die Umschaltung auf die redundante Übertragungsstrecke, bis zu 200ms dauern. 200ms sind bei 50 Geräten im Ring die maximale Rekonfiguration.  
Wenn die Ansprechüberwachungszeit des PROFINET IO-Devices  kleiner ist als die Umschaltzeit auf die redundante Übertragungstrecke, dann kann es vorkommen, dass kurzzeitig ein Baugruppenträgerausfall/-wiederkehr durch den OB86 gemeldet wird.

Erhöhen Sie die Ansprechüberwachungszeit, indem Sie:

  • die Aktualisierungszeit erhöhen oder
  • die Anzahl der akzeptierten Aktualisierungszyklen mit fehlenden I/O-Daten erhöhen.

Die Ansprechüberwachungszeit ist das Produkt aus den beiden Parametern "Aktualisierungszeit" und "Anzahl der akzeptierten Aktualisierungszyklen mit fehlenden I/O-Daten". Die Ansprechüberwachungszeit muss größer als 200ms sein, damit kein Baugruppenausfall durch Redundanzumschaltung auftritt.

Gehen Sie bei der Erhöhung der Ansprechüberwachungszeit nach folgender Anleitung vor:

  • Öffnen Sie die Hardware-Konfiguration der SIMATIC S7-Station, die als PROFINET IO-Controller fungiert.
  • In der Hardware-Konfiguration markieren Sie das PROFINET IO-Device. In der Steckplatztabelle des PROFINET IO-Devices doppelklicken Sie auf die PROFINET-Schnittstelle, um den Eigenschaftsdialog der PROFINET-Schnittstelle zu öffnen.


Bild 01

  • Im Eigenschaftsdialog der PROFINET-Schnittstelle wechseln Sie in das Register "IO-Zyklus".
  • Wählen Sie die Werte für die Parameter "Aktualisierungszeit" und "Anzahl akzeptierter Aktualisierungszyklen mit fehlenden IO Daten" aus, so dass die Ansprechüberwachungszeit größer als 200ms ist.


Bild 02

Hinweis
Ein Applikationsbeispiel zur Ringredundanz mit dem Media Redundancy Protocol (MRP) finden Sie unter folgender Beitrags-ID: 33696406.