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Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 76278125, Beitragsdatum: 04.07.2013
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Welche Möglichkeiten bietet die S7-1500 beim Download von Daten im RUN?

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Beschreibung Die CPU-Baugruppen der Baureihe S7-1500 verhalten sich beim Laden von Softwareänderungen anders als die CPU-Baugruppen der Baureihen S7-300/400. Sie bieten zum Beispiel die Möglichkeit, im STOP und im RUN Änderungen zu laden, ohne die Aktualwerte bereits geladener Variablen zu beeinflussen. Schnittstellen von Funktions- oder Datenbausteinen können Sie im laufenden Betrieb erweitern und die in Betrieb genommenen STEP 7 Programme, die bereits fehlerfrei auf einer Anlage ...

Beschreibung
Die CPU-Baugruppen der Baureihe S7-1500 verhalten sich beim Laden von Softwareänderungen anders als die CPU-Baugruppen der Baureihen S7-300/400. Sie bieten zum Beispiel die Möglichkeit, im STOP und im RUN Änderungen zu laden, ohne die Aktualwerte bereits geladener Variablen zu beeinflussen. Schnittstellen von Funktions- oder Datenbausteinen können Sie im laufenden Betrieb erweitern und die in Betrieb genommenen STEP 7 Programme, die bereits fehlerfrei auf einer Anlage laufen, nachträglich ändern.

Wenn Sie Änderungen in globalen Datenbausteinen oder Schnittstellen von Funktionsbausteinen in die CPU laden wollen, ohne dass Aktualwerte überschrieben werden, müssen Sie im TIA Portal die Speicherreserve in den "Einstellungen" für diesen Baustein aktivieren. Alle Variablen, die Sie daraufhin deklarieren, werden in die Speicherreserve gelegt. Beim anschließenden Laden werden die Werte bereits geladener Variablen nicht beeinflusst. Für die Funktion "Laden ohne Reinitialisierung" müssen die folgenden Hard- und Softwarevoraussetzungen erfüllt sein:

  • Ab STEP 7 (TIA Portal) V12 (oder höher)
  • CPUs der Baureihe S7-1500
  • Bausteine wurden vom Anwender erstellt (keine mitgelieferten Bausteine aus der Bibliothek)
  • Bausteine mit optimiertem Zugriff. (Standardeinstellung für neu erzeugte DBs ab STEP 7 V12).

Die folgenden Themengebiete werden in diesem Beitrag beschrieben:

Aktivieren der Speicherreserve für neu erzeugte Datenbausteine und für nicht remanente Speicherbereiche
 

Nr. Vorgehensweise:
1 Jeder Funktions- und Datenbaustein enthält per Voreinstellung eine Reserve von 100 Byte. Wenn Sie diesen Reservespeicher ändern wollen, wählen Sie aus der Menüleiste den Menübefehl "Extras > Einstellungen", um den Dialog "Einstellungen" im Arbeitsbereich zu öffnen.
2 Öffnen Sie in der Bereichsnavigation den Ordner "PLC-Programmierung" und klicken Sie auf "Allgemein".
3 Unter "Laden ohne Reinitialisierung" können Sie die Speicherreserve für alle neu erzeugten Funktions- und Datenbausteine festlegen.

Die Speicherreserve für Bausteine befindet sich nach dem Download zu 100% in dem Arbeitsspeicher der jeweiligen CPU, auch wenn die Reserve nicht benutzt wird. Auch bei der Reserve im remanenten Speicher wird der eingestellte Wert zu 100% im Remanenzspeicher reserviert. Bei kleineren CPU-Baugruppen mit nicht so großen Speicherbereichen sollten Sie diesen Defaultwert mit Bedacht wählen, da nicht jeder Datenbaustein eine Reserve von 500 Bytes benötigt.


Bild 01

Hinweise

  • Diese Reserve gilt nicht für remanente Speicherbereiche.
  • Bereits existierende Bausteine werden bei dieser Änderung nicht berücksichtigt.
4 Speichern und übersetzen Sie ihre Projekteinstellungen. Für die Übersetzung klicken Sie in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf Programmbausteine und wählen aus dem Kontextmenü "Übersetzen > Software (nur Änderungen)".
5 Das Projekt bzw. die Bausteine sollten Sie vorher konsistent geladen haben. Zur Sicherheit empfehlen wir Ihnen dies über den Menübefehl "Werkzeuge > Vergleichen > Offline/Online" zu überprüfen.
6 Öffnen Sie den Baustein, den Sie bearbeiten wollen und klicken Sie in der Funktionsleiste auf die Schaltfläche "Laden ohne Reinitialisierung". Alle neu deklarierten Variablen in diesem Datenbaustein werden nun in der aktivierten Speicherreserve abgelegt und können ohne Rückwirkungen auf den laufenden Prozess geladen werden.


Bild 02

Hinweis
Wenn Sie die Funktion "Laden ohne Reinitialisierung" bereits aktiviert haben, können Sie die Größe des Speicherbereiches nicht ändern. In diesem Fall müssen Sie vorher die Funktion deaktivieren. Klicken Sie im Baustein nochmal auf die Schaltfläche "Laden ohne Reinitialisierung" (Bild 02). Das Deaktivieren der Speicherreserve erfordert aber eine implizite Initialisierung des gesamten DB-Bereiches beim nächsten Laden, egal ob Sie remanente oder nicht remanente Variablen deklariert haben.

7 Bestätigen Sie die nachfolgende Meldung mit OK und deklarieren Sie in Ihrem Datenbaustein die zusätzlichen Variablen.

Hinweis
Der Grenzwert der allgemeinen und remanenten Speicherreserve liegt jeweils bei maximal 2 MB (= 2097152 Bytes). Wird dieser Wert überschritten, ist das Laden nicht möglich.

8 Speichern und übersetzen Sie ihr Programm wie unter Nr. 4 beschrieben und laden Sie die Änderungen über den Menübefehl "Laden in Gerät > Software (nur Änderungen)" in die S7-1500 CPU. Nach dem Laden werden nur die neu eingefügten Variablen mit den definierten Startwerten initialisiert. Die Aktualwerte der bereits online existierenden Variablen bleiben unverändert.
Tabelle 01

Aktivieren der Speicherreserve für einzelne Datenbausteine und für remanente Speicherbereiche
 

Nr. Vorgehensweise:
1 Klicken Sie in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf den Datenbaustein und öffnen Sie aus dem Kontextmenü die "Eigenschaften...".
2 Wechseln Sie zum Register "Laden ohne Reinitialisierung" und aktivieren Sie die Option "Laden ohne Reinitialisierung für remanente Variablen aktivieren".
3 Tragen Sie im Eingabefeld "Reserve im remanenten Speicher" die gewünschte Anzahl der Bytes ein. Falls erforderlich, können Sie im Eingabefeld die allgemeine Speicherreserve anpassen. Systemseitig sind schon 100 Bytes eingetragen.

Die allgemeine Speicherreserve und die Reserve im remanenten Speicher werden additiv zur Gesamtreserve summiert. In diesem Beispiel wie im Bild 03 ergibt sich somit eine Gesamtreserve von 250 Bytes.


Bild 03

4 Schließen Sie den Dialog wieder mit OK und öffnen Sie den Datenbaustein.
5 Klicken Sie auf die Schaltfläche "Laden ohne Reinitialisierung" und deklarieren Sie nun in Ihrem Datenbaustein die zusätzlichen Variablen. Alle neu deklarierten Variablen in diesem DB werden daraufhin in der aktivierten Speicherreserve abgelegt und können ohne Rückwirkungen auf den laufenden Prozess geladen werden.

Hinweis
Bereits bestehende Variablen können nicht mehr gelöscht und ihre Eigenschaften (außer Default-, Startwert und Kommentar) nicht mehr geändert werden. Nur die Variablen, die Sie in der Speicherreserve angelegt haben, können gelöscht werden.

6 Speichern und übersetzen Sie ihre Projekteinstellungen. Für die Übersetzung klicken Sie in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf Programmbausteine und wählen aus dem Kontextmenü "Übersetzen > Software (nur Änderungen)".

Hinweis
Sollte die Speicherreserve nicht ausreichen, wird die Übersetzung mit einer Fehlermeldung abgebrochen. In diesem Fall müssen Sie, wie unter Punkt 3 beschrieben, die Speicherreserve nachträglich anpassen.

7 Laden Sie die Programmänderungen über den Menübefehl "Laden in Gerät > Software (nur Änderungen)" in die S7-1500 CPU. Nach dem Laden werden nur die neu eingefügten Variablen mit den definierten Startwerten initialisiert. Die Beobachtungswerte der bereits online existierenden Variablen bleiben unverändert.
Tabelle 02

Laden der Programmänderungen mit Reinitialisierung
Wenn Sie Programmänderungen wieder mit der Reinitialisierung laden möchten, müssen die Variablen aus der Speicherreserve wieder in den regulären Speicherbereich verschoben werden.
 

Nr. Vorgehensweise:
1 Öffnen Sie den Datenbaustein und klicken Sie auf die Schaltfläche "Laden ohne Reinitialisierung" (Bild 02), um die Speicherreserve zu deaktivieren.
2 Daraufhin erscheint die Meldung "Änderungen im RUN erfordern eine Reinitialisierung". Bestätigen Sie diese Meldung mit OK.
3 Klicken Sie in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf "Programmbausteine" und wählen Sie aus dem Kontextmenü "Übersetzen > Software (Speicherreserve zurücksetzen)".

Hinweis
Bei der Übersetzung mit dem Menübefehl "Software (Speicherreserve zurücksetzen)"  und dem anschließenden Laden ("Software nur Änderungen") wird der komplette DB (auch der Teil der nicht in der Reserve liegt mit den remanenten Variablen) initialisiert.

4 Bestätigen Sie die nachfolgende Meldung mit OK.
5 Laden Sie ihr Projekt in die CPU. Die Variablen werden dann neu initialisiert.

Hinweis
Über den Menübefehl "Online > PLC-Programm in Gerät laden und zurücksetzen" werden alle geänderten und nicht geänderten Bausteine in die CPU geladen. Dabei werden alle Werte (einschließlich die remanenten Werte) auf ihre Startwerte zurückgesetzt.

Tabelle 03

Weitere Informationen
Weitere Informationen finden in der STEP 7 (TIA Portal) Onlinehilfe, unter "Bausteinerweiterungen ohne Reinitialisierung laden".

Erstellumgebung
Bilder in diesem FAQ sind mit STEP 7 (TIA Portal) V12 erstellt worden.

Securityhinweise
Um Anlagen, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches Industrial Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Industrial Security finden Sie unter
http://www.siemens.com/industrialsecurity.
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