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Siemens AG
Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 76278125, Beitragsdatum: 04.02.2019
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Wie können Sie geänderte Datenbausteine in die S7-1200/S7-1500 laden, ohne die CPU in STOP zu setzen und ohne die Werte von bereits geladenen Variablen zu beeinflussen?

  • Beitrag
  • Betrifft Produkt(e)
Die Schnittstellen von Funktions- oder Datenbausteinen können Sie bei der S7-1200 ab V4 und bei der S7-1500 im laufenden Betrieb nachträglich ändern.

Beschreibung
Die CPU-Baugruppen der Baureihe S7-1200/S7-1500 verhalten sich beim Laden von Softwareänderungen anders als die CPU-Baugruppen der Baureihen S7-300/400. Sie bieten zum Beispiel die Möglichkeit, im STOP und im RUN Änderungen zu laden, ohne die Aktualwerte bereits geladener Variablen zu beeinflussen. Schnittstellen von Funktions- oder Datenbausteinen können Sie im laufenden Betrieb erweitern und die in Betrieb genommenen STEP 7 Programme, die bereits fehlerfrei auf einer Anlage laufen, nachträglich ändern.

Wenn Sie Änderungen in globalen Datenbausteinen oder Funktionsbausteine mit geänderter Schnittstelle in die CPU laden wollen, ohne dass Aktualwerte überschrieben werden, müssen Sie im TIA Portal die Speicherreserve in den "Einstellungen" für diesen Baustein aktivieren. Alle Variablen, die Sie daraufhin deklarieren, werden in die Speicherreserve gelegt. Beim anschließenden Laden werden die Werte bereits geladener Variablen nicht beeinflusst. Für die Funktion "Laden ohne Reinitialisierung" müssen die folgenden Hard- und Softwarevoraussetzungen erfüllt sein:

  • Ab STEP 7 (TIA Portal) V12 (oder höher)
  • CPUs der Baureihe S7-1500 und S7-1200 (ab V4)
  • Bausteine wurden vom Anwender erstellt (keine mitgelieferten Bausteine aus der Bibliothek)
  • Bausteine mit optimiertem Zugriff. (Standardeinstellung für neu erzeugte DBs ab STEP 7 V12).

Speicherreserve für Bausteinerweiterungen einstellen
Alle FBs und DBs haben per Voreinstellung eine Speicherreserve von 100 Byte im nicht-remanenten Speicher. Die Instanz-DBs erhalten diese von den FBs. Bei Bedarf können Sie die Größe der Speicherreserve anpassen oder zusätzlich eine Speicherreserve im remanenten Speicher definieren.

  1. Um die Größe der Speicherreserve für alle neu angelegten Bausteine im Projekt einzustellen, wählen Sie den Menübefehl "Extras > Einstellungen".
  2. Öffnen Sie in der Bereichsnavigation den Ordner "PLC-Programmierung" und klicken Sie auf "Allgemein".
  3. Unter "Laden ohne Reinitialisierung" können Sie die Speicherreserve für alle neu erzeugten Funktions- und Datenbausteine festlegen.  
     

    Bild 1

Die Speicherreserve für Bausteine befindet sich nach dem Download zu 100% in dem Arbeitsspeicher der jeweiligen CPU, auch wenn die Reserve nicht benutzt wird. Auch für Reserve im remanenten Speicher wird der eingestellte Wert zu 100% im Remanenzspeicher reserviert. Bei kleineren CPU-Baugruppen mit nicht so großen Speicherbereichen sollten Sie diesen Defaultwert mit Bedacht wählen, da nicht jeder Funktions- und Datenbaustein eine Reserve von 500 Bytes benötigt.

Aktivieren der Speicherreserve für einzelne FBs/DBs und für remanente Speicherbereiche

  1. Klicken Sie in der Projektnavigation mit der rechten Maustaste auf den FB/DB und öffnen Sie aus dem Kontextmenü die "Eigenschaften...".
  2. Wechseln Sie zum Register "Laden ohne Reinitialisierung" und aktivieren Sie die Option "Laden ohne Reinitialisierung für remanente Variablen aktivieren".
     

    Bild 2

  3. Schließen Sie den Dialog wieder mit OK.
  4. Speichern und übersetzen Sie Ihr Projekt.
  5. Öffnen Sie den Baustein und aktivieren Sie die Speicherreserve, indem Sie in der Funktionsleiste auf die Schaltfläche "Aktualwerte behalten" klicken. Nun können Sie alle neu deklarierten Variablen in der Speicherreserve ablegen und ohne Rückwirkungen auf den laufenden Prozess in die CPU laden.
     

    Bild 3
     
  6. Deklarieren Sie im Baustein Ihre Variablen. In der Spalte "Remanenz" können Sie nur zwischen den Einstellungen "Remanent" und "Nicht remanent" wählen.
  7. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in der Projektnavigation auf den Bausteinordner (PLC1) und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl "Übersetzen > Software (nur Änderungen)". Bei dieser Übersetzung werden die neu deklarierten Variablen in die Speicherreserve eingefügt.
  8. Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste in der Projektnavigation auf den Bausteinordner (PLC1) und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl "Laden > Software (nur Änderungen)". Bei diesem Ladevorgang werden nur die neu eingefügten Variablen mit den definierten Startwerten initialisiert. Die bereits Online existierenden Variablen werden nicht neu initialisiert und die Beobachtungswerte der bereits online existierenden Variablen bleiben unverändert.

Laden der Programmänderungen mit Reinitialisierung
Wenn Sie die Programmänderungen wieder mit der Reinitialisierung laden möchten, müssen die Variablen aus der Speicherreserve wieder in den regulären Speicherbereich verschoben werden.

  1. Öffnen Sie den Datenbaustein und klicken Sie in der Funktionsleiste auf die Schaltfläche "Aktualwerte behalten".
  2. Übersetzen Sie den Datenbaustein und laden Sie den DB in die CPU. Hierfür haben Sie zwei verschiedene Möglichkeiten, um den Download mit Initialisierung durchzufürhen.
    • Nur die Bausteine werden initialisiert, bei denen die Speicherreserve deaktiviert wurde.
      Deaktivieren Sie die Speicherreserve und laden Sie die Bausteine mit dem Befehl "Software (nur Änderungen)" in die CPU.
    • Alle Bausteine mit aktiver Speicherreserve werden initialisiert.

      Führen Sie den Menübefehl "Übersetzen > Software (Speicherreserve zurücksetzen)" durch und laden Sie die Bausteine mit dem Befehl "Software (nur Änderungen)" in die CPU.

Hinweis
Für jeden Baustein sind bereits 100 Byte per Defaulteinstellung reserviert. Sie können auch ohne diese Aktionen bereits ohne Reinitialisierung laden, solange die Grenze von 100 Byte nicht überschritten wird.

Weitere Informationen
finden Sie im TIA Portal Informationssystem unter


Erstellumgebung
Bilder in diesem FAQ sind mit STEP 7 (TIA Portal) V15 erstellt worden.


Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
http://www.siemens.com/industrialsecurity.
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