Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 7714804, Beitragsdatum: 03.04.2013
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MICROMASTER 4 (MM4): Wie wird die Drehmomentsteuerung am MM440 parametriert?

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Dieser FAQ ist nur gültig für SINAMICS G120/G120D Control Units ohne “-2” im Produktnamen sowie für MICROMASTER 4 Umrichter.

Die Drehmomentsteuerung am G120/G120D und MM440 kann z.B. für Zugkraftkontrolle  verwendet werden, wenn die folgenden einfachen Regeln zur Einrichtung einer Drehmomentensteuerung beachtet werden:

  1. Zunächst richten Sie den Umrichter mit der Regelungsart SLVC ein; siehe FAQ "MM440: Sensorlose Vektorregelung" (FAQ ID: 7494205)
    Überprüfen Sie, dass der Umrichter mit SLVC richtig funktioniert, da die Drehmomentsteuerung SLVC vorraussetzt.
     
  2. Wählen Sie die Quelle des Sollwerts für die Drehmomentsteuerung in Parameter P1500 aus; z.B. wählt P1500 = 2 den analogen Eingang 0-10V aus.
     
  3. Aktivieren Sie die Drehmomentsteuerung mit P1300 = 22 .
     
  4. Das aktuelle Drehmoment (in Nm) kann, unabhängig von der Regelungsart,  in Parameter r0031 beobachtet werden oder mit P0005 = 31 am Display angezeigt werden. Durch den Vergleich mit dem gewünschten Drehmoment oder dem Motornennmoment lässt sich die korrekte Skalierung überprüfen.
     
  5. Falls erforderlich, kann die Stabilität der Drehmomentsteuerung mit den Steuerparametern P1340 und P1341 justiert werden.

Achtung
Bitte beachten Sie, dass der Motor ohne Last bei Drehmomentsteuerung bis zur maximalen Frequenz (P1082) hochläuft.

 

Tipp 1: Arbeiten mit Drehmoment- und Frequenzsteuerung
Oft ist es nützlich, Frequenz- und Drehmomentsollwert über zwei Analogeingänge vorzugeben. Am besten wird der G120/G120D/MM440 dazu in der Regelungsart SLVC betrieben und der Frequenzsollwert über Analogeingang 1 und die Drehmomentengrenze über Analogeingang 2 eingelesen .
In der Praxis bedeutet das, dass entweder die Frequenz oder das Drehmoment kontinuerlich gesteuert wird, während der andere Wert als Begrenzungssteuerung fungiert.

Parametereinstellungen:

  • P1000 = 2 (Frequenzsollwert von AN1)
  • P1300 = 20 (sensorlose Vektorregelung)
  • P1500 = 0
  • P1522 = 755.1 (Oberer Drehmomentgrenze von AN2)

Der zweite Analogeingang lässt sich mit Einstellung P0756 - P0761... Index 1 skalieren.
Das Bezugsdrehmoment wird mit P2003 eingestellt.
 

 

Tipp 2: Arbeiten mit negativem Drehmoment
Ist das Drehmoment negativ, z.B. bei einem Abwickler, kann AN2 in P1523 als unter Drehmomentgrenzwert verwendet werden. AN2 muss dazu so skaliert werden, dass negative Werte errechnet werden, z.B. werden 0 bis 10V auf  0 bis -100% Drehmoment abgebildet.
Auch der Frequenzsollwert von an AN1 muss entsprechend skaliert werden (z.B. 0 bis 10V werden auf 0 bis -50Hz abgebildet).
 

 

Tipp 3: Arbeiten mit bipolarem Drehmoment
Wenn über AN2 sowohl das positive als auch das negative Drehmoment vorgeben werden soll,  müssen Sie AN2 sowohl als oberen Momentengrenzwert in P1522 (zum Beispiel 0 bis 100%) als auch als unteren Momentengrenzwert in P1523 (zum Beispiel 0 bis -100%) eingetragen. Zur Negierung des Signals für die negative Momentengrenze können Sie den Summenpunkt des PID Reglers verwenden:

  • AN2 als PID Feedback eintragen:  P2264 = 755.1
  • Den skalierten Ausgang r2272 als oberen Drehmomentgrenze verwenden: P1522 = 2272 .
  • Den Störwert der PID Regelung  r2273 (also 2272 multipliziert mit -1) als unteren Drehmomentgrenze verwenden:  P1523 = 2273 .
  • Sowohl der obere als auch die unteren Drehmomentgrenze sind damit über AN2 kontinuerlich vorgebbar.

Liegt der Ausgangswert des Drehzahl/Frequenzreglers zwischen den Drehmomentgrenzen läuft der Antrieb im Drehzahl/Frequenzregelung. Wird der Ausgangswert des Drehzahl/Frequenzreglers begrenzt, arbeitet der Antrieb in Drehmomentsteuerung.

Hinweis
Beachten Sie auch folgenden FAQ: "Wie erfolgt die Verwendung der JOG-Funktion in der Drehmomentregelung (P1300 = 22)?" Beitrags-ID 16818432

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