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Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 82142829, Beitragsdatum: 27.02.2014
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Wie können Sie Projekte für die S7-1500 in STEP 7 (TIA Portal) synchronisieren, wenn mehrere Personen gleichzeitig an einer Aufgabe arbeiten?

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Synchronisation von STEP 7 (TIA Portal) Projektversionen zu einem neuen Masterprojekt.

Anleitung
In STEP 7 (TIA Portal) haben Sie die Option, die Inbetriebnahme eines Projektes auf mehrere Teilnehmer Ihres Teams aufzuteilen. Bis zu fünf Bearbeiter können während der Projektbearbeitung die Programmbausteine innerhalb einer Station bzw. einer CPU bearbeiten. Ein FB oder FC kann zur gleichen Zeit immer nur von einem Bearbeiter geändert oder online beobachtet werden.

Hinweis
Ab STEP 7 (TIA Portal) V13 SP1 bietet die Online-Inbetriebnahmefunktion für die S7-1500 (ab Firmware Version V1.7) zusätzlich die Möglichkeit, dass ein Anwender ein Programm laden kann, während der andere oder die anderen Anwender weiterhin online beobachten. Wird einer der betroffenen Bausteine gerade online beobachtet, stoppt die Beobachtung automatisch. Ein Abgleich ist anschließend über Synchronisation möglich.

Während der Inbetriebnahme Phase können Sie Teile des Masterprojektes offline bearbeiten. In einem Synchronisationsdialog bekommen Sie die Änderungen (außer Hardware-Änderungen) der anderen Bearbeiter automatisch angezeigt, wenn Sie das Programm in die CPU laden.

Eine automatische Synchronisation ist aber nicht möglich, wenn zwei Anwender z.B. den selben FB bearbeiten. Sofern andere Objekte als FBs, FCs, DBs oder UDTs (z.B. Hardwarekonfiguration oder Organisationsbausteine) verändert wurden, müssen die Projektkopien ebenfalls manuell synchronisiert werden.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen zwei Wege, wie Sie Projektversionen zu einem neuen Masterprojekt synchronisieren können. Im nachfolgenden Beispiel arbeiten zwei Benutzer jeweils an einer Kopie von einem Masterprojekt, dass wie im Bild 01 die folgende Projektstruktur hat.


Bild 01

  • Benutzer A arbeitet an der Gruppe "Conveyer".
  • Benutzer B arbeitet an der Gruppe "Drill".
  • In der Conveyer-PLC-Variablentabelle erzeugt Benutzer A eine neue Variable, und verwendet diese im Baustein "ConveyerControl" [FB1].
  • Anschließend ladet Benutzer A seine Änderung in die CPU (Delta-Übersetzung und Download).

Wenn nun Benutzer B versucht, seine eigenen Änderungen zu laden (z.B. DrillControl FB2), erscheint im Synchronisationsdialog die Meldung, dass die CPU Änderungen enthält, die nicht automatisch synchronisiert werden können.

Synchronisation über die Projektkopie (Referenzprojekt)

  1. Beenden Sie die Synchronisation, indem Sie auf die Schaltfläche "Abbrechen" klicken.
  2. Über den Menübefehl "Ansicht > Referenzprojekte" (das Häkchen muss gesetzt sein) können Sie sich die Referenzprojekte unterhalb der Projektnavigation anzeigen lassen.
  3. Klicken Sie in der Funktionsleiste der Palette "Referenzprojekte" auf die Schaltfläche "Referenzprojekt öffnen" und öffnen Sie die Projektkopie vom Benutzer A.


Bild 02

  1. Markieren Sie die Gruppe "Conveyer" vom Referenzprojekt (Projektkopie vom Benutzer A) und ziehen Sie diese Gruppe per Drag&Drop zu den Programmbausteinen des Masterprojektes.
  2. In der nachfolgenden Meldung muss die Option "Existierende Objekte ersetzen und hierher verschieben" aktiviert sein. Bestätigen Sie mit OK.


Bild 03

Hinweis
Alle weiteren Änderungen, die auch die PLC-Variablentabelle oder die Gerätekonfiguration betreffen, müssen Sie auch kopieren.

  1. Laden Sie die Änderung in die CPU. Sollte eine Meldung mit einem Synchronisationskonflikt erscheinen, klicken Sie auf die Schaltfläche "Fortfahren ohne Synchronisation", um den Download fortzuführen.
  2. Speichern Sie den neuen aktuellen Stand des Masterprojektes.
  3. Erstellen Sie eine neue Projektkopie des Masterprojektes für den Benutzer A. Der Synchronisationskonflikt ist damit behoben und Benutzer A und B können weiterhin parallel ihr Programm bearbeiten.

Synchronisation über den Vergleichseditor

  1. Erscheint im Synchronisationsdialog die Meldung, dass die CPU Änderungen enthält, die nicht automatisch synchronisiert werden können, klicken Sie auf die Schaltfläche "Offline-/Online-Vergleich". Im Vergleichseditor erhalten Sie die Ergebnisse zwischen Ihrem Online- und Offlineprojekt in tabellarischer Form. Und in der Tabelle "Status" werden Ihnen für die einzelnen Objekte die Symbole angezeigt. Für die Objekte, dessen Online- und Offline-Version unterschiedlich sind, wird das Symbol wie im Bild 04 angezeigt.


Bild 04

Alternative A
Wenn z.B. die Online- und Offline-Version für den Baustein "ConveyerControl" unterschiedlich ist, wählen Sie im Aktionsbereich rechts neben dem Symbol den Menübefehl "Laden von Gerät". Die Änderungen im Baustein "ConveyerControl" werden dann überschrieben.

Alternative B
Führen Sie einen Detailvergleich durch, indem Sie den betreffenden Baustein selektieren und in der Funktionsleiste auf die Schaltfläche "Detailvergleich starten" klicken. Kopieren Sie die einzelnen Änderungen (z.B. UND-Verknüpfung) vom Onlineprojekt und fügen Sie sie in das Offlineprojekt ein.

Hinweis
Überprüfen Sie alle Unterschiede im Vergleichseditor, da ansonsten Änderungen verloren gehen könnten. PLC-Variablen können Sie nicht einzeln von der CPU in Ihr PG laden. Nur ein Upload der gesamten PLC-Station enthält auch die PLC-Variablen.

  1. Laden Sie die Änderung in die CPU. Sollte eine Meldung mit einem Synchronisationskonflikt erscheinen, klicken Sie auf die Schaltfläche "Fortfahren ohne Synchronisation", um den Download fortzuführen.
  2. Speichern Sie den neuen aktuellen Stand des Masterprojektes.
  3. Erstellen Sie eine neue Projektkopie vom Masterprojekt für den Benutzer A. Der Synchronisationskonflikt ist damit behoben und Benutzer A und B können weiterhin parallel ihr Programm bearbeiten.

Hinweis
Vermeiden Sie während der Teamarbeit die Anweisung "Software (Bausteine komplett übersetzen)". Beim Download der Bausteine in die CPU führt STEP 7 (TIA Portal) defaultmäßig eine Delta-Übersetzung durch. Mit der Delta-Übersetzung werden alle Änderungen übersetzt. Unveränderte Bausteine werden nicht übersetzt. Die Anweisung "Software (Bausteine komplett übersetzen)" übersetzt alle Bausteine. Nach dem anschließenden Download werden alle Bausteine geladen, wodurch Synchronisationskonflikte durch konkurrierende Änderungen entstehen.

Manuelle Synchronisation
Erscheint während dem Download die Meldung "Manuelle Synchronisation erforderlich", dann haben die Bausteine in der CPU einen jüngeren Zeitstempel als die Bausteine offline im Projekt. STEP 7 (TIA Portal) empfiehlt hier die älteren Bausteine im Projekt mit den aktuelleren Bausteinen aus der CPU zu überschreiben. Die nachfolgend beschriebenen Gründe können zu der Meldung führen:

  • Mit der Funktionalität von IPE (Inter Project Engineering) wurden offline im Projekt vorhandene Steuerungsdaten mit Hilfe eines Geräte-Proxy projektübergreifend ausgetauscht.
  • Mit einem anderen PG/PC wurden aktuellere Bausteine in die CPU geladen.
  • Im Projekt wurden die Bausteine bearbeitet, übersetzt und in die CPU geladen. Das Projekt wurde aber ohne zu speichern geschlossen. Die aktuelleren Bausteine befinden sich dann nur in der CPU, aber nicht mehr im Offline Projekt.

Hinweis zu früheren STEP 7 (TIA Portal) Versionen
Die oben beschriebene Vorgehensweise zum Teamengineering steht Ihnen ab STEP 7 (TIA Portal) V13 zur Verfügung. Ab STEP 7 (TIA Portal) V12 können Sie zusätzlich zu Ihrem aktuellen Projekt weitere Projekte als Referenzprojekte öffnen. Diese Referenzprojekte können Sie nur schreibgeschützt öffnen und nicht bearbeiten. Objekte des Referenzprojektes können Sie aber in Ihr aktuelles Projekt ziehen und dort weiter bearbeiten. Weiterhin können Sie von mehreren Rechnern aus das Referenzprojekt öffnen.

Weiterführende Informationen
Detaillierte Informationen zum Thema Referenzprojekte finden Sie in der STEP 7 (TIA Portal) Onlinehilfe, unter

  • Team Engineering einsetzen
  • Referenzprojekte,
  • Grundlagen zu Referenzprojekten,
  • Referenzprojekte verwenden.

Erstellumgebung
Die Bilder in diesem FAQ sind mit STEP 7 (TIA Portal) V13 erstellt worden. 

Ergänzende Suchbegriffe
Multiuser


Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
https://www.siemens.com/cybersecurity#Ouraspiration.