Beitragstyp: FAQ, Beitrags-ID: 8751062, Beitragsdatum: 23.02.2011
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Wie können Sie auf konsistente Daten ohne SFC14/15 als Teil des Prozessabbildes zugreifen?

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Beschreibung:
Ein konsistenter Datenzugriff > 4 Byte ist jetzt auch ohne die Systemfunktionen SFC14/15 möglich. Diese Möglichkeit, auf Daten > 4 Byte mittels Lade-/Transferbefehlen konsistent zugreifen zu können, bietet eine besonders komfortable und performante  Zugriffsmöglichkeit (geringe Laufzeitbelastung).
Der Datenbereich eines DP-Slaves oder IO-Device, der konsistent übertragen werden soll, wird auf ein Prozessabbild oder Teilprozessabbild übertragen. Die Informationen in diesem Bereich sind dann immer konsistent. Sie können danach über Lade-/Transferbefehle (z.B. L EW 1) auf das Prozessabbild oder Teilprozessabbild zugreifen. Eine Bereichsbeschränkung bezüglich der Adressierung existiert nicht.

  • Das Aktualisieren des Prozessabbilds wird selbständig vom Betriebssystem angesteuert.
  • Die Aktualisierung des Teilprozessabbilds erfolgt entweder anwenderseitig mit Hilfe von SFCs oder systemseitig automatisch durch Kopplung an einen OB.
  • Bei einem direkten Zugriff (z.B. L PEW oder T PAW) erfolgt kein Peripheriezugriffsfehler.

Hinweis:
Ob Ihre CPU Teilprozessabbilder unterstützt, entnehmen Sie bitte den technischen Daten.

Übersicht:
Folgende CPUs können für das Projektieren ohne "SFC14/15" verwendet werden:
 

MLFB

S7-CPU

ab Firmwarestand

6ES7 31..

CPU 31x

2.5

6ES7 41.. CPU 41x 3.0
6ES7671-0RC03-0YA0 WinAC1 V4.0
1Nur in Verwendung mit Hardnet-CPs (CP 5613 / CP 5603 / CP 5623) und nicht mit den Softnet-CPs (CP 5611 / CP 5621) möglich.

Grenzen:
Übertragung konsistenter Nutzdaten auf einen DP-Slave:

Für die Übertragung konsistenter Nutzdaten auf einen DP-Slave werden durch die PROFIBUS DP-Norm Obergrenzen festgelegt. Deshalb können in einen DP Normslave maximal 64 Worte = 128 Byte Nutzdaten konsistent in einem Block übertragen werden.

Bei der Projektierung legen Sie fest, wie groß der konsistente Bereich ist. Dazu ist im speziellen Kennungsformat (SKF) eine maximale Länge der konsistenten Daten von 64 Worten = 128 Byte einstellbar (128 Byte für Ein- und 128 Byte für Ausgänge) eine größere Länge ist nicht möglich.

Diese Obergrenze gilt nur für reine Nutzdaten. Diagnose- und Parameterdaten werden zusammengefasst zu ganzen Datensätzen und somit grundsätzlich konsistent übertragen.

Im allgemeinen Kennungsformat (AKF) ist eine maximale Länge der konsistenten Daten von 16 Worten = 32 Byte einstellbar (32 Byte für Ein- und 32 Byte für Ausgänge) eine größere Länge ist nicht möglich.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass eine CPU 41x als DP-Slave an einem Fremd-Master (Anbindung über GSD) über das allgemeine Kennungsformat konfigurierbar sein muss. Aus diesem Grund ist der Übergabespeicher pro virtuellem Slot einer CPU 41x als DP-Slave zum PROFIBUS DP maximal 16 Worte = 32 Byte groß. Insgesamt sind 32 solcher virtueller Slots im i-Slave projektierbar, die höchste Slot-Nummer ist 35.

Übertragung konsistenter Nutzdaten auf ein IO-Device:
Für die Übertragung konsistenter Nutzdaten auf ein IO-Device gilt die Obergrenze von 255 Byte (254 Byte Nutzdaten + 1 Byte Begleitwert). Auch wenn mehr als 255 Byte auf ein IO-Device übertragen werden können, können maximal 255 Byte konsistent übertragen werden.

Wichtig:
Verwenden Sie nicht gleichzeitig die Nutzung über Systemfunktionen und über das Prozessabbild. Die Konsistenz zwischen Prozessabbildwerten und den Werten der Systemfunktion SFC14 ist nicht gewährleistet, weil beim Lesen das Prozessabbild mit der Systemfunktion SFC14 nicht nachgeführt wird. Grundsätzlich wird zwar das Prozessabbild beim Schreiben mit der Systemfunktion SFC15 nachgeführt, aber beim Lesen jedoch nicht. Das heißt, dass die Konsistenz zwischen Prozessabbildwerten und den Werten der Systemfunktion SFC14 nicht gewährleistet ist.

Beispiel:
Das folgende Beispiel (für das Teilprozessabbild 3 "TPA 3" einer S7-400 CPU) zeigt eine mögliche Projektierung in HW-Konfig:

Voraussetzung: Das Teilprozessabbild wurde zuvor über die SFC 26/27 aktualisiert oder die Prozessabbild-Aktualisierung wurde an einen OB gebunden.

  • TPA 3 bei Ausgang: Diese 50 Byte liegen konsistent im Teilprozessabbild 3 und können somit über normale "Lade-Eingang xy"- Befehle gelesen werden.
  • "---" unter Eingang bedeutet: keine Ablage in einem Prozessabbild. Es ist nur das Handling mit den Systemfunktionen SFC14/15 möglich.

Suchbegriffe:
Hardwareprojektierung, Konsistenz, Aktualisierung