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Beitragstyp: FAQ Beitrags-ID: 88780011, Beitragsdatum: 28.05.2018
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Was ist beim Laden von WinCC Runtime Professional von der Engineering Station auf die Operator Station (Runtime-PC) zu beachten?

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  • Betrifft Produkt(e)
Überprüfen Sie die folgenden möglichen Fehlerquellen, wenn das Laden von SIMATIC WinCC Runtime Professional von der Engineering Station (ES) auf die Operator Station (OS) fehlschlägt.


WinCC Installation

Stellen Sie sicher, dass folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die eingesetzte WinCC Runtime Professional ist kompatibel zur verwendeten Windows Version.
    Nutzen Sie zur Überprüfung das Kompatibilitäts-Tool mit der Beitrags-ID 64847781.
  2. Ihr Rechner erfüllt die Systemvoraussetzungen für WinCC RT Professional (siehe Handbuch Kapitel 4.2 "Allgemeine Software- und Hardwarevoraussetzungen", Beitrags-ID: 109755202). 
  3. Die Produktinstallation wurde ohne Fehler und Warnungen durchgeführt.
  4. Das Microsoft .NET-Framework 4.6.2 ist installiert.
    Im Microsoft TechNet finden Sie weitere Hinweise hierzu.
    Falls die Installation von WinCC Professional trotzdem fehlschlägt, kopieren Sie den Ordner "...\sources\sxs" von Ihrem Installationsmedium auf den Zielrechner, und starten Sie die Installation erneut mit dieser Kopie.
  5. SIMATIC NET ist auf der OS installiert.
  6. Auf der ES und OS ist der gleiche Softwarestand (inkl. Service Pack) installiert.  
  7. Die Einstellungen des Simatic Security Controllers auf ES und OS wurden erfolgreich gesetzt.
    Öffnen Sie dazu den Security Controller über "Start > Alle Programme > Siemens Automation > Security Controller".

WinCC Projekt

Die folgenden Punkte sind gegeben:

  1. Das Projekt wird ohne Fehler und Warnungen übersetzt.
  2. Es existiert auf der OS kein Projekt mit gleichem Namen.
    Löschen Sie das Duplikat ggf. manuell über den Windows Explorer.
  3. Der projektierte Computername der OS stimmt mit dem tatsächlichen Rechnernamen überein.
    Öffnen Sie dazu die Gerätekonfiguration der PC Station. Geben Sie unter "Eigenschaften > Allgemein" den Computernamen ein.
     

    Bild 01
     
  4. Der Computername (siehe Bild 01) darf weder Kleinbuchstaben noch bestimmte Sonderzeichen (wie "?" oder "*") enthalten. Falls Sie in der Konfiguration des PROFINET-Interfaces die Option "PROFINET-Gerätename automatisch generieren" gesetzt haben, wird als Quelle für den PROFINET-Gerätenamen der Eintrag im Feld "Name" (nicht: "Computername") des Eigenschaftendialogs des PCs verwendet. Anschließend erfolgt eine automatische Konvertierung des Namens gemäß den entsprechenden PROFINET-Regeln (siehe Beitrags-ID 109479552), d.h. Großbuchstaben werden durch Kleinbuchstaben ersetzt, etc.
  5. Die im Projekt eingestellte IP-Adresse der IE-Schnittstelle ist identisch zur IP-Adresse der OS.
  6. Der Zugangspunkt der Applikation ist korrekt eingestellt.
    Öffnen Sie dazu in der Systemsteuerung des Rechners die Anwendung "PG/PC-Schnitstelle einstellen". Setzen Sie im Reiter "Zugriffsweg" für den "Zugangspunkt der Applikation" den Wert "S7ONLINE", und wählen Sie unter "Benutzte Schnittstellenparametrierung" die Schnittstellenkarte, über die Sie mit der PLC verbunden sind.
    Im Inspektorfenster der Verbindung zwischen RT und PLC darf unter "Bediengerät" das Optionshäkchen "Automatisch einstellen" nicht gesetzt sein.


Netzwerkkonfiguration

Überprüfen Sie folgende Bedingungen:

  1. Der Ping-Befehl auf die IP-Adresse der ES bzw. OS ist erfolgreich.
    Das Netzwerk muss so konfiguriert sein, dass sich ES und OS entweder im gleichen Subnetz befinden oder über einen Router erreichbar sind. Weitere Informationen zum Thema IP-Adressen und Subnetting finden Sie im Beitrag mit der Beitrags-ID 2073614
  2. Der Ping-Befehl auf den Computernamen der ES bzw. OS ist erfolgreich.
    Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Datei "lmhosts" konfigurieren. Öffnen Sie dazu die Datei unter dem Pfad <Laufwerk>\Windows\system32\drivers\etc\ mit dem Texteditor. Tragen Sie an der ES die Daten der OS bzw. an der OS die Daten der ES nach dem Schema "IP-Adresse Computername #PRE" ein.
     

    Bild 02
     
    In großen Netzwerken sollten Sie auch die Datei "hosts" aus dem gleichen Verzeichnis konfigurieren.
     
  3. Falls Sie Windows 7 oder Windows Server 2008 verwenden: Das verwendete Netzwerk ist nicht "öffentlich".
    Stellen Sie stattdessen das Netzwerk auf "Heim-" oder "Arbeitsplatznetzwerk" bzw. "Privat" um. Öffnen Sie hierzu das Netzwerk- und Freigabecenter über "Start > Systemsteuerung > Netzwerk und Internet > Netzwerk- und Freigabecenter". Klicken Sie auf "Heimnetzgruppe".
     

    Bild 03
     
    Klicken Sie auf "Was ist eine Netzwerkadresse?".
     

    Bild 04
     
    Wählen Sie Heim- bzw. Arbeitsplatznetzwerk aus.
     
  4. ES und OS befinden sich in der gleichen Arbeitsgruppe bzw. Domäne.
  5. Die Rechnernamen von ES und OS unterscheiden sich voneinander.
  6. Die Netzwerkkarte, die Sie als Terminalbus ausgewählt haben, befindet sich an erster Stelle der Netzwerkadapter.
    Öffnen Sie zur Überprüfung das Netzwerk- und Freigabecenter über "Start > Systemsteuerung > Netzwerk und Internet > Netzwerk- und Freigabecenter". Klicken Sie auf "Adaptereinstellungen ändern".
     

    Bild 05
     
    Drücken Sie die "Alt"-Taste, um die Menüleiste anzuzeigen. Klicken Sie auf "Erweitert > Erweiterte Einstellungen".
     

    Bild 06
     

Simatic Shell

ES und OS sind über die Simatic Shell erreichbar.

Klicken Sie hierzu auf "Start > Computer". Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simatic Shell und öffnen Sie die Eigenschaften. Wählen Sie den verwendeten Netzwerkadapter aus und bestätigen Sie mit "OK". Doppelklicken Sie dann auf "Simatic Shell".

Windows Benutzereinstellungen

Folgendes muss erfüllt sein:

  1. Der Benutzer, mit dem Sie an der ES angemeldet sind, ist auch auf der OS bekannt. Der Benutzer hat den gleichen Benutzernamen und das gleiche Passwort.
  2. Ein Passwort wurde vergeben.
  3. Sie haben auf dem Zielordner der OS genügend Rechte.
    Um dies zu überprüfen, versuchen Sie über den Windows Explorer der ES auf dem Zielordner der OS eine beliebige Datei zu erstellen.
    Um die Rechte freizugeben, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner, in den Sie das Projekt laden möchten. Klicken Sie auf "Eigenschaften". Wechseln Sie in den Tab "Freigabe". Klicken Sie auf "Erweiterte Freigabe...".


    Bild 07

    Aktivieren Sie das Optionsfeld "Diesen Ordner freigeben". Klicken Sie auf "Berechtigungen". Weisen Sie dem Benutzern, den Sie verwenden, die Berechtigung "Vollzugriff" zu.


    Bild 08
     
  4. Benutzerverwaltung:
  • Der Benutzer ist auf OS und ES Mitglied der Gruppe "SIMATIC HMI" und besitzt mindestens den Status "Hauptbenutzer".
  • Befinden sich ES und OS in einer Domäne, muss der Domänenaccount auf beiden Rechnern in der Gruppe "SIMATIC HMI" eingetragen sein.
  • Die Gruppe "SIMATIC HMI" ist eine lokale Gruppe.
    Um dies zu prüfen, klicken Sie auf "Start". Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf "Computer" und klicken Sie auf "Verwalten".


    Bild 09

    Klicken Sie auf "Lokale Benutzer und Gruppen" und doppelklicken Sie dann auf "Benutzer". Doppeklicken Sie auf den Benutzer, den Sie zum Laden verwenden. Wechseln Sie in den Tab "Mitglied von".


    Bild 10

    Sie können über die Schaltfläche "Hinzufügen..." Benutzergruppen hinzufügen.

SQL Server

Überprüfen Sie folgende Punkte auf ES und OS:

  1. Der Computername wurde nach der WinCC/SQL Server Installation nicht mehr geändert.
    Sollte dies doch der Fall sein, installieren Sie den WinCC/SQL Server neu.
  2. Der Service "SQL Server (WINCC)" befindet sich im Status "Running".
    Um dies zu prüfen, starten Sie den SQL Server Configuration Manager über "Start > Alle Programme > Microsoft SQL Server 2008 R2 > Configuration Tools > SQL Server Configuration Manager". Klicken Sie auf "SQL Server Services".


    Bild 11

Weitere Hinweise

Im WinCC Professional Handbuch (Beitrags-ID: 109755202) finden sie weitere Hilfe zum Thema

  • Laden von Projekten (siehe Handbuch Kapitel 15.2.5)
    • Projekt auf ein Bediengerät laden (siehe Handbuch Kapitel 15.4.5.4)
    • Projekt in ein Dateisystem laden ((siehe Handbuch Kapitel 15.4 5 5)


Ergänzende Suchbegriffe
Fehler, Bediengerät, Panel-PC

 

Securityhinweise
Um technische Infrastruktur, Systeme, Maschinen und Netzwerke gegen Cyber-Bedrohungen zu sichern, ist es erforderlich, ein ganzheitliches IT Security-Konzept zu implementieren (und kontinuierlich aufrechtzuerhalten), das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Produkte und Lösungen von Siemens formen nur einen Bestandteil eines solchen Konzepts. Weitergehende Informationen über Cyber Security finden Sie unter
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